USDA-Bericht setzt Matif-Weizenkurse unter Druck

Die Weizenfutures an der Pariser Terminbörse haben nach der gestrigen Veröffentlichung des aktuellen Berichtes des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zu den internationalen Getreidemärkten spürbar nachgeben. Der vordere Kontrakt mit Fälligkeit im März 2022 wurde heute gegen 14.15 Uhr für 267,75 Euro/t gehandelt; das waren 9,25 Euro/t oder 3,3 % weniger als der Eröffnungskurs von gestern, also vor der Veröffentlichung des USDA-Berichtes.

Für Kursverluste an der Matif sorgte unter anderem die optimistischere Prognose der Washingtoner Experten für die globalen Weizenbestände zum Ende der laufenden Vermarktungssaison, die sie nun auf 280 Mio t veranschlagen. Im Dezember 2021 war mit 278 Mio t gerechnet worden. Vor allem die Voraussage für die betreffende Menge im eigenen Land wurde angehoben, und zwar um 810 000 t auf jetzt gut 17 Mio t Weizen. Dennoch wäre dies der geringste Bestand seit 2013/14 und im Vorjahresvergleich ein Minus von 26 %.

Außerdem setzte das USDA seine Prognose für die russischen Weizenbestände zum Ende der laufenden Saison um 400 000 t auf 10,6 Mio t herauf. In der EU-27 sollen die Silos dann noch mit 9,9 Mio t Weizen gefüllt sein; damit wurde die Vorausschätzung vom Dezember um 50 000 t nach unten angepasst. Ende 2020/21 hatten sich die Weizenbestände in der Gemeinschaft nach der Schätzung der US-Fachleute auf 10,9 Mio t belaufen.

Mit Blick auf den internationalen Weizenhandel erwartet das USDA jetzt für 2021/22 ein Handelsvolumen von 206,7 Mio t; das ist nur geringfügig weniger als die vorige Prognose. Die Vorjahresmenge würde damit aber um 8,1 Mio t verfehlt. Zum wichtigsten Weizenexporteur in der laufenden Saison dürfte die EU-27 mit einer Menge von voraussichtlich 37,5 Mio t aufsteigen. Vor einem Monat waren hier noch 500 000 t weniger erwartet worden. Begründet wurde die nun optimistischere Einschätzung mit den wettbewerbsfähigen Preisen der EU-Ware. Außerdem sei die Weizenernte 2021 in der Union mit 138,9 Mio t um 200 000 t höher ausgefallen als bislang geschätzt. Russland, das 2020/21 noch die Nummer eins unter den Weizenexporteuren war, wird sich bei einem voraussichtlichen Rückgang seiner Ausfuhren um 4,1 Mio t auf 35,0 Mio t mit dem zweiten Platz begnügen müssen. AgE