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USDA dämpft Erwartungen beim Mais

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognose für das weltweite Maisaufkommen 2026/27 nach unten korrigiert. Im jüngsten "World Agricultural Supply and Demand Estimates" (WASDE)-Bericht wird die globale Produktion nun auf rund 1,291 Mrd. Tonnen veranschlagt. Das sind 8 Mio. Tonnen weniger, als man noch im August erwartet hatte.

 

Ausschlaggebend sind vor allem niedrigere Ernteprognosen für das eigene Land, wo der Maisdrusch in den südlichen Bundesstaaten bereits angelaufen ist. US-weit sollen nun 401,3 Mio. Tonnen Körnermais gedroschen werden; vor einem Monat hatte man noch gut 5 Mio. Tonnen mehr für möglich gehalten. Aber auch in Indien, Kenia und Russland werden nun kleinere Maisernten erwartet als noch im August. Das Minus wird durch höhere Erwartungen für die Europäische Union, Kanada und Paraguay nur teilweise ausgeglichen.

 

Die Herabstufung in Indien begründet das USDA mit einer kleineren Erntefläche und unterdurchschnittlichen Niederschlägen, die die Ertragsaussichten beeinträchtigen dürften. Die Haupternte beim Körnermais erstreckt sich auf dem Subkontinent von September bis Dezember, steht also gerade in den Startlöchern. In Kenia, wo Körnermais Grundnahrungsmittel Nummer eins ist, soll laut USDA-Report eine anhaltende Trockenperiode in wichtigen Anbauregionen zu großflächigen Ernteausfällen geführt haben. Gegenüber Normaljahren könnte sich die Ernte in dem afrikanischen Land halbieren. Um die nationale Nahrungsmittelversorgung zu sichern und den Fehlbetrag auszugleichen, muss Kenia 2026/27 eine Rekordmenge von voraussichtlich 2,3 Mio. Tonnen Mais importieren.

 

Maisbestände schrumpfen

 

Auch seine Prognose für die weltweiten Maisreserven am Ende der Saison 2026/27 hat das USDA zurückgenommen. Mittlerweile rechnen die Experten in Washington mit 272,1 Mio. Tonnen. Das sind 2,5 Mio. Tonnen weniger als noch im Vormonat und rund 29 Mio. Tonnen weniger als zum Saisonende 2025/26. Die aktuelle Prognose für die Maisreserven liegt damit am oberen Ende der Markterwartungen von Analysten.

 

An der Weltleitbörse in Chicago (CME) zogen die Maiskurse nach Veröffentlichung des Berichts am Freitagabend zunächst um rund 2% an. Die Rallye war jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits etwa eine Stunde später drehten die Notierungen wieder ins Minus. Der Dezember-Maiskontrakt gab bis zum Redaktionsschluss um 21 Uhr um knapp 1% auf umgerechnet 178,77 Euro/Tonne nach.

 

Weizenangebot fällt größer aus

 

Ein gegensätzliches Bild zeigt sich beim Weizen. Hier hob das USDA seine Prognose für die weltweite Produktion 2026/27 gegenüber August um 3,1 Mio. Tonnen auf 822,4 Mio. Tonnen an. Gleichzeitig wurden die erwarteten globalen Endbestände um rund 3 Mio. Tonnen auf 276,29 Mio. Tonnen nach oben gesetzt.

 

Vor allem die optimistische Bestandsprognose fiel deutlicher aus als vom Markt erwartet. Analysten hatten laut Angaben der Kaack-Terminhandel GmbH im Durchschnitt lediglich mit 273,46 Mio. Tonnen gerechnet.

 

Getragen wird die Aufwärtskorrektur bei der Erzeugung vor allem von Australien. Dort veranschlagt das USDA die Ernte nun auf 31 Mio. Tonnen und damit 3 Mio. Tonnen höher als noch im August. In den meisten australischen Ackerbauregionen findet der Weizen bei reichlich Niederschlägen aktuell gute Wuchsbedingungen vor. Auch für die Ukraine wurden die Erwartungen angehoben: um 600.000 Tonnen auf 26 Mio. Tonnen.

 

Dem stehen geringere Prognosen für die EU und Russland gegenüber. Für die Europäische Union senkte das USDA seine Schätzung um 400.000 Tonnen auf 133,8 Mio. Tonnen. Für Russland werden nun 88 Mio. Tonnen erwartet, 500.000 Tonnen weniger als im Vormonat.

 

Sojaernte nahezu unverändert

 

Bei Sojabohnen nahm das USDA dagegen nur geringe Änderungen an der globalen Versorgungsbilanz für 2026/27 vor. Die weltweite Produktion wird jetzt bei 442,3 Mio. Tonnen gesehen und damit um 0,1 Mio. Tonnen höher als im August.

 

Höhere Ernteerwartungen für die USA und Kanada werden dabei teilweise durch Abwärtskorrekturen für Indien und die EU ausgeglichen. Die weltweiten Sojaendbestände sollen mit 124,0 Mio. Tonnen um 0,2 Mio. Tonnen niedriger ausfallen als bislang angenommen. Ausschlaggebend sind vor allem geringere Vorräte in den USA.

 

An den internationalen Terminmärkten gerieten die Sojakurse nach Veröffentlichung des Berichts spürbar unter Druck. An der CME fiel die Notierung nach Veröffentlichung des neuen WASDE-Reports um 2,6% auf umgerechnet 409,81 Euro/Tonne. AgE