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Nationale Alleingänge stoppen

Das Landvolk Niedersachsen hat an die Bundesregierung appelliert, die nationalen Tierschutzvorgaben für die Schweinehaltung nicht weiter zu verschärfen. Bei den aktuellen Marktbedingungen könnten die Betriebe, insbesondere die Sauenhalter, noch höhere Anforderungen ohne Förderung nicht erfüllen.

 

Die Standards in Deutschland seien bereits heute sehr hoch, unterstrich der Vorsitzende des Arbeitskreises Sauenhaltung im Landesbauernverband, Enno Garbade, am Donnerstag (13.8.). Weitere nationale Sonderwege drohten die heimische Produktion weiter zu verteuern und damit Importe mit niedrigeren Standards zu begünstigen. Konkret ging es ihm dabei unter anderem um den Umbau der Abferkelbuchten. Zudem befürchtet er weitere Verschärfungen im Baurecht, obwohl für den Umbau der Tierhaltung Erleichterungen notwendig seien.

 

"Überlebenspaket" bleibt wichtig

 

Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers sieht die niedersächsische Schweinehaltung immer noch vor einer "akuten wirtschaftlichen Zerreißprobe" - auch nach der jetzt erfolgten Erhöhung des Schlachtschweinepreises um 10 Cent auf 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Die Forderung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) nach einem "Überlebenspaket" bleibe daher aktuell. Der DBV hatte zu Wochenbeginn und damit vor der jüngsten Erhöhung des Schlachtschweinepreises unter anderem Liquiditätshilfen, bessere Möglichkeiten zur Risikoabsicherung und eine Anpassung der Fristen zum Stallumbau in der Sauenhaltung gefordert.

 

Das ist kein normaler Schweinezyklus

 

"Wir haben es längst nicht mehr mit einem normalen Auf und Ab des Schweinezyklus zu tun", betonte Ehlers. Wenn andere Länder ihre außereuropäischen Exportmärkte verlören, werde deren Ware auf dem Binnenmarkt plötzlich zum deutschen Problem. Gleichzeitig bleibe eine höhere Nachfrage nach deutschem Schweinefleisch trotz günstiger Preise aus. Das sei für die heimischen Schweinehalter nicht mehr kalkulierbar.

 

7,5% weniger in einem Jahr

 

In diesem Zusammenhang erinnerte Ehlers an den Strukturwandel, der in der niedersächsischen Schweinehaltung bereits stattgefunden hat. Demnach ist die Zahl der Schweinehalter in dem Bundesland in den zehn Jahren bis zur Viehzählung vom Mai 2026 um 45% auf 3.420 gesunken; das waren 7,5% weniger als im Mai 2025. AgE