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Landwirte setzen auf Sicherheit

Deutschlands Schweinehalter blicken angesichts der desaströsen Marktlage und der angespannten betrieblichen Liquidität pessimistisch auf die kommenden Monate. Sie suchen bei der Vermarktung verstärkt nach Sicherheit. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage, die von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) durchgeführt wurde. Laut ISN brauchen die Schweinebetriebe eine Vermarktung, die ihnen nicht nur Absatz verschafft, sondern auch Marktrisiken begrenzt, Liquidität sichert und ein wirtschaftlich tragfähiges Erlösniveau ermöglicht.

 

Der Interessengemeinschaft zufolge leiden die Schweinehalter aktuell unter einem sehr hohen Kostenniveau bei einem gleichzeitig viel zu geringem Erlöslevel für Ferkel und Mastschweine. Fehlende Liquidität und Rentabilität würden mit zunehmender Dauer der Krise am Schweinemarkt für immer mehr Betriebe zu einem Problem, gleichermaßen für die Sauenhaltung und die Schweinemast. Zudem sei der Schweinemarkt im Umbruch, so die ISN. Die Strukturen in der Kette hätten sich stark verändert, und die Märkte differenzierten sich immer stärker. Gehäuft auftretende Marktverwerfungen führten auch hierzulande zu desaströsen und kaum noch kalkulierbaren Marktsituationen.

 

Liquidität ein Problem

 

Nach Angaben der ISN bewertet fast die Hälfte der Befragten die Entwicklung des Marktes in den kommenden sechs Monaten als schlecht, weitere 12,9% sogar als sehr schlecht. Dabei werde die Liquidität zu einem immer größeren Problem. Die Liquiditätssicherung sei ein gewichtiges Argument bei der Schlachtschweinevermarktung geworden. Darüber hinaus seien viele Schweinehalter angesichts der starken Marktschwankungen nicht bereit, für mögliche Preisspitzen ein höheres Vermarktungsrisiko einzugehen. Sicherheit bei Absatz und Erlös gewinne gegenüber der Chance auf kurzfristige Höchstpreise an Gewicht.

 

Grundsätzlich offen zeigen sich die Schweinehalter der ISN zufolge gegenüber vertraglichen Bindungen. Gut zwei Drittel würden eine vertragliche Bindung eingehen, wenn diese Abnahmesicherheit und geeignete Preismodelle biete. Unverzichtbar bleibe die wöchentliche Basispreisfindung, die den Markt zeitnah abbilde; dafür sprächen sich fast 60% aus. Auf Interesse stoßen laut der Umfrage außerdem neue Preismodelle. Mehr als die Hälfte der Befragten hält demnach betriebsindividuelle Kontrakte für sinnvoll. Ein Preiskorridor wird zurückhaltender bewertet und findet laut ISN bei knapp 43% Zustimmung.

 

Risikoausgleichsrücklage endlich einführen

 

Offen zeigten sich die Schweinehalter für neue Vertrags- und Preismodelle, so die Interessengemeinschaft. Diese müssten Risiken jedoch tatsächlich begrenzen, für die Betriebe transparent und nachvollziehbar sein und eine wirtschaftlich tragfähige Preisbasis bieten. Deutlich wird laut ISN aus den Ergebnissen auch ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Politik. Wenn fehlende Liquidität zu einem immer größeren Problem werde, müsse die steuerfreie Risikoausgleichsrücklage endlich zügig eingeführt werden. Sie könnte den Betrieben helfen, starke Marktschwankungen besser abzufedern und in schwierigen Phasen liquide zu bleiben. AgE