Käse und Milchpulver teurer
Nach preislicher Stabilität im September ist Blockbutter in der ersten Oktoberwoche wieder etwas günstiger geworden. Am Mittwoch (8.10.) wurde die Notierung an der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten gegenüber der Vorwoche am unteren Ende um 10 Cent abgesenkt; das obere Ende blieb unverändert. Damit ergab sich eine Preisspanne von 4,05 bis 4,25 Euro/kg. Die Käufer reagierten allerdings eher abwartend. Bei abgepackter Butter gab es keine Preisanpassungen; sie wurde erneut für 4,35 bis 5,00 Euro/kg angeboten. Berichtet wurde von einer guten Nachfrage.
Deutlich verteuert hat sich der in Kempten gehandelte Allgäuer Emmentaler aus Rohmilch. Hier wurde der Preiskorridor am unteren Ende um 30 Cent angehoben, am oberen um 10 Cent. Daraus resultierte eine Notierung von 7,60 bis 8,00 Euro/kg. Bei den Käsesorten Emmentaler und Viereckhartkäse blieb dagegen alles beim Alten; das Preisband wurde bei 4,50 bis 6,40 Euro/kg belassen.
Einen Preisauftrieb gab es in der Berichtswoche bei Käse in Hannover. Bei Gouda und Edamer als Blockware wurde der niedrigere Wert um 5 Cent verteuert, der höhere um 10 Cent. Dies führte zu einer Notierung von 3,45 bis 3,75 Euro/kg. Die beiden Käsesorten als Brotware verteuerten sich um 5 Cent und gingen mit einem Preiskorridor von 3,65 bis 3,85 Euro/kg in den Markt. Die Börse meldete eine sehr gute Nachfrage.
Steigende Preise waren Anfang Oktober auch beim Milchpulver für den deutschen Großhandel zu beobachten. Magermilchpulver in Futtermittelqualität verteuerte sich um 14 Cent und wurde für 3,25 bis 3,30 Euro/kg angeboten. Bei Ware in Lebensmittelqualität wurde das untere Preisende um 8 Cent heraufgesetzt, das obere um 10 Cent. Daraus folgte ein Preisband von 3,33 bis 3,43 Euro/kg. Vollmilchpulver legte ebenfalls zu, allerdings nur moderat. Hier stieg die Notierung am unteren Ende um 2 Cent und bildete damit eine Spanne von 3,90 bis 3,98 Euro/kg.
Abstand zum Vorjahr geschmolzen
Von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurden Zahlen zu den bundesweiten Milchanlieferungen im August vorgelegt. Demnach erfassten die Verarbeiter insgesamt 2,73 Mrd. Kilogramm Milch, womit die Vorjahreslinie nur noch um 3,1% überschritten wurde. Im Vormonat war der Abstand noch mehr als doppelt so hoch. Betrachtet man die kumulierte Menge von Januar bis August, so schmolz der Vorsprung von 6,2 auf 5,8% ab.
In der ersten Oktoberwoche lag die angelieferte Milchmenge in Nordrhein-Westfalen bereits um 4,1% unter die Vorjahreslinie. Die kumulierte Milchmenge seit Januar bewegte sich in dem Bundesland hingegen weiter über dem Niveau des Vorjahres, und zwar um 7,4%.
Kieler Rohstoffwert weiter im Aufwind
Die Aufwärtsbewegung des Kieler Rohstoffwerts (KRW) setzte sich unterdessen weiter fort. Der vom Institut für Ernährungswirtschaft (ife) der Uni Kiel monatlich berechnete Wert legte im September gegenüber dem Vormonat deutlich zu, und zwar um 3,9 Cent oder 10% auf 42,6 Cent je Kilogramm Milch. Seinen diesjährigen Tiefststand hatte der Kennwert im Januar mit 30,3 Cent erreicht. Seitdem hat er um 12,3 Cent beziehungsweise 40,5% aufgeholt. Auch auf Jahresfrist hat der Rohstoffwert deutlich zugelegt. Er liegt nur noch 1,9 Cent unter dem Niveau von September 2025.
Talfahrt bei Butter hält an
An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) in Neuseeland ging es mit dem Butterpreis weiter nach unten. Bei der Auktion am Dienstag (6.10.) waren 4.740 Euro/t zu zahlen; im Vergleich zum vorangegangenen Termin war das ein Minus von 0,4%. Seit ihrem letzten Preishoch vom 17. März 2026 ist der Butterpreis an der GDT mittlerweile um 31% gesunken.
Erneut zulegen konnte hingegen Magermilchpulver. Der Auktionspreis erhöhte sich beim jüngsten Handelstermin um 4,3% auf 3.436 Euro/t und markierte damit ein weiteres Jahreshoch. Seit seinem zwischenzeitlichen Preistief vom 7. Juli 2026 ist Magermilchpulver mittlerweile um rund 23% teurer geworden. Gegenüber dem Tiefstand vom 16. Dezember konnte Milchpulver um 58% zulegen. Auch beim Vollmilchpulver ging es preislich weiter nach oben. Mit 3.098 Euro/t lag der Preis um 1,1% über dem Niveau des Auktionstermins vor drei Wochen. AgE
