Die Lage ist "ausgeglichener"
Auf den Schlachtschweinemärkten in Mitteleuropa ist nach dem jüngsten Preisrutsch wieder Ruhe eingekehrt. Nachfrage und Angebot stehen sich wieder ausgeglichener gegenüber, wozu auch der saisonal übliche Angebotsrückgang beiträgt. Die Folge sind zuletzt konstante Preise. In Nordeuropa korrigierte Danish Crown (DC) seinen Auszahlungspreis unter Verweis auf den schwächelnden Fleischmarkt abermals nach unten. Auch in Spanien sank der Schlachtschweinepreis, während er in Italien vom Appetit der zugereisten Touristen profitierte.
Hierzulande legte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis am Mittwoch (15.7.) erneut bei 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) fest. Am Freitag blieb der Ferkelpreis ebenfalls unverändert, bei 30 Euro pro Tier.
Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) beschrieb den deutschen Schlachtschweinemarkt als "ausgeglichener". In vielen Regionen schrumpften die Überhänge. Insbesondere in Süddeutschland werde die Versorgung inzwischen knapp. Angebotene Tiere würden zügig abgesetzt. Für Marktentlastung sorge auch das hitzebedingt langsamere Wachstum der Schweine. Das Fleischgeschäft sei aber weiterhin schwierig, obwohl die Preise für Schweinefleisch nach dem Rückgang der Notierung für Schlachtschweine kräftig gefallen seien.
Überschaubaures Angebot
Der Verband landwirtschaftlicher Veredlungsproduzenten Oberösterreich (VLV) beurteilte die Marktlage in Österreich als "nicht ausgeglichen, aber fester als zuletzt". Das Angebot sei überschaubar und könne trotz des schleppenden Schweinefleischhandels abgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund ging die Notierung des VLV seitwärts, bei 1,44 Euro/kg SG.
Auch in Belgien blieb der Preis wie gehabt. Die Danis-Gruppe zahlt in der laufenden Kalenderwoche 1,020 Euro/kg Lebendgewicht (LG) und damit ebenso viel wie in der Woche davor.
Fleischmarkt weiter "enorm" unter Druck
Dagegen müssen die Schweinehalter in Dänemark einen weiteren Abschlag hinnehmen. Bereits in der aktuellen Kalenderwoche sackte der Schlachtschweinepreis um 13 Cent auf umgerechnet 0,98 Euro/kg SG. Nun legte Danish Crown den Auszahlungspreis für die 30. Kalenderwoche bei umgerechnet 0,95 Euro/kg SG fest. Zur Begründung berichtete der Konzern von einem "weiterhin enormen Druck" am Fleischmarkt. Das Angebot an Schweinefleisch übersteige nach wie vor die Nachfrage. Und eine kurzfristige Trendwende sei nicht absehbar.
In Spanien gingen die Notierungen, wohl auch als Reaktion auf den vorherigen Preisrückgang in Mitteleuropa, in der laufenden Woche in eine Abwärtsbewegung über. Beispielsweise an der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona gibt es für Schlachtschweine jetzt noch 1,30 Euro/kg LG und damit 1 Cent weniger als in der Vorwoche.
Weitere ASP-Fälle bei Wildschweinen in Spanien
Und auch was die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Katalonien angeht, gibt es für Spaniens Schweinehalter keine guten Nachrichten. Laut den Berichten des Landwirtschaftsministeriums in Madrid werden jede Woche weitere Fälle nachgewiesen, alle innerhalb der Schutzzone. Seit Ausbruch der Seuche im November 2025 zählt das Ressort insgesamt 368 positive Fälle, wobei ausschließlich Wildtiere betroffen sind.
Hunger mitgebracht
In Frankreich setzte sich derweil die Festigung des Schlachtschweinepreises fort. Am Donnerstag lag er bei 1,518 Euro/kg SG, was gegenüber der Vorwoche einem Plus von 0,4 Cent entsprach. Die Verkäufer hätten sich bei niedrigen Geboten geweigert, größere Mengen zu verkaufen, so die Erläuterung von Marktanalysten. Daraufhin hätten einige Käufer ihre Gebote leicht erhöht.
In Italien kam es zu vergleichsweise großen Aufschlägen. Der Preis für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 138 bis 156 Kilogramm stieg am Donnerstag um 4,5 Cent auf 1,443 Euro/kg LG. Vertragsschweine derselben Gewichtsklasse verteuerten sich um 3,8 Cent auf 1,558 Euro/kg LG. Das dürfte nach Einschätzung von Marktbeobachtern sowohl rückläufigen Anmeldungen und Schlachtgewichten als auch der Nachfrage in den Urlaubsregionen geschuldet gewesen sein. Touristen verzehrten "nun alles, was auf Lager liegt oder frisch angeboten wird".
EU-Durchschnittspreis gesunken
Auf EU-Ebene sank der Schlachtschweinepreis in der Woche zum 12. Juli geringfügig. Laut Angaben der EU-Kommission wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E in den meldenden Mitgliedstaaten durchschnittlich für 153,03 Euro/100 kg SG gehandelt. Gegenüber der Vorwoche entsprach das einem Rückgang um 1,7%. Das Niveau des Vorjahres wurde um 25,4% unterschritten.
Den mit 4,5% größten Abschlag verzeichneten die Niederlande, gefolgt von Deutschland mit 3,4%, Dänemark mit 2,6% sowie Irland und Polen mit jeweils 2,5%. In Belgien ließ die Notierung um 1,8% nach, in Österreich um 0,8%. Spanien verzeichnete unterdessen einen Preisanstieg um 0,3%. Große Aufschläge gab es nur in der Slowakei und in Rumänien, in Höhe von 5,1% beziehungsweise 9,0%. AgE
