Welthandel wächst weiter
Aufgrund eines großen Rohstoffangebots und einer stetig zunehmenden Nachfrage dürfte der weltweite Handel mit Sojaschrot 2026/27 das vierte Jahr in Folge steigen, wenn auch etwas verlangsamt. Davon geht nach Angaben der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) aktuell das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) in einer Prognose aus. Das Washingtoner Agrarressort erwartet Sojaschrotexporte in Höhe von 89,4 Mio. Tonnen; das wären 4,3% mehr als im Vorjahr und das vierte Rekordvolumen in Folge.
Innerhalb von zehn Jahren ist das globale Ausfuhrvolumen an Sojaschrot um 36,6% gestiegen. Treibender Faktor dieses Anstiegs war laut UFOP der wachsende Verbrauch in der Fütterung. Das weltweit wichtigste Lieferland für Sojaschrot dürfte auch 2026/27 Argentinien mit einem Exportvolumen von 29,6 Mio. Tonnen sein; gegenüber dem Vorjahr wäre das ein leichtes Plus von rund 600.000 Tonnen. Dahinter werden wahrscheinlich Brasilien und die USA mit 27,1 beziehungsweise 20,6 Mio. Tonnen folgen.
Dem USD zufolge werden 2026/27 auch die weltweiten Importe von Sojaschrot steigen; hier wird mit einem neuen Spitzenwert von 85,4 Mio. Tonnen gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das ein Zuwachs von 3,5 %. Hauptgrund für die Mengendiskrepanz von 4 Mio. Tonnen zwischen Importen und Exporten in der USDA-Sojabilanz sind die unterschiedlichen Wirtschaftsjahre der Produktions- und Exportschwergewichte USA, Brasilien und Argentinien, zudem eine zeitversetzte Mengenerfassung: Export bei Verlassen des Landes, Import erst bei Ankunft.
Größter Abnehmer wird voraussichtlich die EU sein, die ihre Einfuhren um rund 300.000 Tonnen auf 20,4 Mio. Tonnen steigern dürfte. Auf Platz zwei wird nach Recherchen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) Vietnam mit 6,9 Mio. Tonnen stehen, dahinter Indonesien mit 6,8 Tonnen Mio. Tonnen.
Aus Sicht der UFOP unterstreicht das wachsende globale Handelsvolumen mit Sojaschrot die Notwendigkeit für eine auf Versorgungssicherheit und nachhaltige Resilienz ausgerichtete Förderung des Proteinpflanzenanbaus in der EU. Deshalb müsse die Anfang Juli von der EU-Kommission vorgelegte Proteinstrategie angegangen werden. Um mehr Nachhaltigkeit im Ackerbau und Versorgungssicherheit in der Proteinversorgung zu erreichen, sieht die Förderunion die Mitgliedstaaten in der Pflicht. AgE
