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Schlechter Start ins neue Jahr

Die Preise auf den europäischen Schlachtschweinemärkten sind in Teilen Europas zuletzt kräftig gefallen, am stärksten in Deutschland und Österreich. Als Gründe für den schlechten Jahresstart nennen Marktbeobachter Angebotsüberhänge, die nach den Feiertagen nur langsam wieder anlaufende Verarbeitung, anhaltende Absatzschwierigkeiten am Fleischmarkt und günstige Angebote aus Spanien.

Hierzulande senkte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis für Schlachtschweine am Mittwoch (7.1.) gegenüber der Notierung vor Weihnachten um ganze 15 Cent auf 1,45 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Die über die Feiertage aufgebauten Angebotsüberhänge erzeugten Preisdruck, dem nicht ausgewichen werden könne, hieß es zur Begründung. Mit der Reduzierung der Schlachtschweinepreise geriet auch der deutsche Ferkelmarkt unter Druck. Für die anstehende 3. Kalenderwoche kündigte die VEZG eine Reduzierung der Ferkelpreise um 5 Euro an.

Wie die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) erläuterte, wird der deutsche Schlachtschweinemarkt derzeit von großen Stückzahlen und hohen Schlachtgewichten bestimmt. Auch wenn die Überhänge zumindest in manchen Regionen etwas kleiner ausfielen als befürchtet, sei der Druck groß. Verschärft werde die Situation zudem durch die Seuchenlage in Spanien, wegen der vermehrt kostengünstige Schweinefleisch aus Spanien auf den deutschen Markt dränge, und die anhaltenden Absatzschwierigkeiten am Fleischmarkt. Im Lebensmitteleinzelhandel bestehe nach den Feiertagswochen Auffüllbedarf, berichtete die AMI. Versorgungsengpässe seien aber nicht festzustellen. Von der Verarbeitung werde aktuell weniger Ware nachgefragt als üblich um diese Jahreszeit. Die Herstellung von Fleischwaren laufe 2026 nicht unter voller Auslastung, sondern mit verringerten Mengen an.

Gute Exportchancen in Drittstaaten

Auch der österreichische Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) verringerte seinen Auszahlungspreis gegenüber Mitte Dezember um 15 Cent auf jetzt 1,39 Euro/kg SG. Aufgrund der Übermengen an Schlachttieren beziehungsweise Fleisch unter anderem aus Spanien sowie wegen des Preissturzes in Deutschland und eine Woche zuvor auch in Dänemark habe die Börse den Preisforderungen der Schlachtunternehmen nachgeben müssen. Mit dem nun erreichten, wirtschaftlich unrentablen Preisniveau müsse aber die Talsohle erreicht und für einen raschen Abfluss der Schlachttiere gesorgt sein, mahnte der VLV. Die Märkte müssten im Frühjahr wieder ins Positive drehen. Auf dem aktuellen Preisniveau seien Betriebe nicht wirtschaftlich zu führen. Daneben betonte der Verband, dass die Exportchancen der österreichischen Schweinefleischbranche unter anderem aufgrund der seuchenbedingten Exportbeschränkungen in Spanien gestiegen seien. Der wichtigste Absatzmarkt sei aber weiter der heimische.

Die belgischen Danis-Gruppe zahlt in der laufenden Kalenderwoche 0,900 Euro/kg Lebendgewicht (LG) und damit 12 Cent weniger als zu Jahresbeginn und vor den Feiertagen. Das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown (DC) beließ seinen Auszahlungspreis für die dritte Kalenderwoche bei umgerechnet 1,25 Euro/kg SG und damit auf dem Niveau der Vorwoche. In dieser hatte DC den Preis allerdings um umgerechnet 6 Cent gesenkt. Zur Begründung hatte auch DC das feiertagsbedingt große Angebot an Schlachtschweinen und das Seuchengeschehen in Spanien angeführt. Dieses wiederum habe die Nachfrage nach dänischem Schweinefleisch in Drittstaaten angekurbelt. Hier liefen die Geschäfte zuletzt gut.

Wenig Bewegung in Spanien

Am Marché du Porc Français werden derzeit 1,430 Euro/kg SG gezahlt, nach 1,471 Euro/kg SG vor den Feiertagen. In Spanien blieb der Schlachtschweinepreis unter anderem an der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona zuletzt wie in den Vorwochen weiter unverändert bei 1,04 Euro/kg LG, während er an der Börse von Segovia von zuvor 1,04 Euro/kg LG auf 0,99 Euro/kg LG nach unten ging.

In Italien setzte sich die Talfahrt der Preise fort. Die Notierung für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 bis 152 Kilogramm wurde am Donnerstag bei 1,440 Euro/kg LG festgelegt. An den Feiertagen hatte keine Notierung stattgefunden, Mitte Dezember hatte der Preis bei 1,520 Euro/kg LG gelegen. Auch die Notierung für Vertragsschweine derselben Kategorie fiel gegenüber Mitte Dezember um 8 Cent, auf nun 1,580 Euro/kg LG.

EU-Durchschnittspreis nochmals niedriger

Auf europäischer Ebene sank der Durchschnittspreis weiter. In der Woche zum 4. Januar wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission für 156,64 Euro/100 kg SG gehandelt. Das entsprach einem Rückgang um 1,5% gegenüber der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde um 18,4% verfehlt.

Der mit 10,7% größte Preisabschlag wurde von Dänemark gemeldet, mit weitem Abstand gefolgt von Spanien mit 2,3%. In Frankreich gaben die Notierungen um 1,2% nach. Preisaufschläge waren selten und fielen dann klein aus. Am deutlichsten ging der Preis in Österreich nach oben, und zwar um 1,2%. Zu berücksichtigen ist, dass in mehreren Ländern wegen der Feiertage keine Notierungen stattfanden. AgE