Rapsanbau attraktiv
Die Preisschere zwischen Weizen und Raps hat sich zuletzt deutlich zugunsten der Ölfrucht geöffnet. Bei den Vorkontraktpreisen für Brotweizen und Raps der Ernte 2026 hat sich die Preisrelation zuletzt auf 1 zu 2,7 vergrößert - normal ist im langjährigen Vergleich ein Verhältnis von 1 zu 2,1. Vor diesem Hintergrund wirbt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) dafür, bei der Herbstbestellung Raps zu drillen.
Ende Mai 2026 erhielten Rapserzeuger für Vorkontrakte der Ernte 2026 im Bundesdurchschnitt knapp 492 Euro/t frei Erfasserlager. Die Erzeugerpreise für Brotweizen haben sich in den zurückliegenden Wochen ebenfalls gefestigt, allerdings weniger deutlich als bei Raps. Mit 184 Euro/t lagen die Preise auf Erzeugerebene rund 1,50 Euro/t unter dem Vorjahreswert.
Teure Energie zieht Rapskurse mit nach oben
Die UFOP begründet dies damit, dass beim Weizen aktuell die Räumung der Lager und die Erfüllung von Vorkontrakten am heimischen Markt im Vordergrund steht; Neugeschäft bleibe die Ausnahme. Hingegen hätten beim Raps steigende Energiepreise infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zuletzt für festere Notierungen am Pariser Terminmarkt gesorgt und damit auch die Erzeugerpreise für Raps gestützt. Vorsorglich weist die Förderunion darauf hin, dass die daraus resultierenden Impulse überwiegend kurzfristiger Natur sind; für die mittelfristige Marktentwicklung blieben die Fundamentaldaten maßgeblich.
Unter dem Strich spricht die aktuelle Preisrelation aus Sicht der UFOP derzeit klar für Winterraps. Die Fundamentaldaten präsentierten sich stabil, größere Angebotsengpässe zeichneten sich nach aktuellem Stand nicht ab. Regionale Witterungsrisiken blieben zwar bestehen, würden EU-weit jedoch durch die größere Anbaufläche abgefedert. Insgesamt biete Winterraps damit weiterhin attraktive wirtschaftliche Perspektiven für die Fruchtfolge und bleibe eine konkurrenzfähige Option für die Herbstaussaat. AgE
