Skip to main content

Ausstiegsprogramm weiter kein Thema

Das Bundeslandwirtschaftsministerium lehnt ein Ausstiegsprogramm für Schweinehalter in Deutschland weiter ab. Das hat ein Sprecher des Ressorts jetzt auf Anfrage von AGRA Europe betont. Ein solches Programm werde "derzeit nicht als geeignetes Instrument gesehen, um auf die aktuelle Marktsituation zu reagieren".

 

Stattdessen will das Ministerium die Wettbewerbsfähigkeit stärken, Investitionen fördern und die Rahmenbedingungen für eine wirtschaftlich tragfähige Tierhaltung weiterentwickeln. Als konkretes Beispiel nannte der Sprecher die Agrarexportstrategie der Bundesregierung. Zudem verwies er auf Entlastungen durch den Bürokratieabbau und auf die Möglichkeit für Schweinehalter, bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanzielle Mittel zur Überbrückung von temporären Liquiditätsengpässen zu beantragen. Voraussetzung dafür ist eine unmittelbare Betroffenheit von der Afrikanischen Schweinepest (ASP), von Extremwetterereignissen oder von Mehrkosten aufgrund des Konflikts im Nahen Osten.

 

Schließlich versicherte der Sprecher, dass das Ministerium die Entwicklungen am Schlachtschweinemarkt fortlaufend beobachte. Die Preisbildung erfolge aber grundsätzlich am Markt. Und vorübergehende Marktungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage seien Bestandteil marktwirtschaftlicher Prozesse.

 

Acht-Punkte-Plan des BBV

 

In Bayern unterstrich Agrarministerin Michaela Kaniber jetzt bei einem Krisengespräch des Landesbauernverbands (BBV) ebenfalls, dass der Absatz von heimischem Schweinefleisch gefördert und die Betriebe unter anderem durch den Bürokratieabbau entlastet werden müssten. Wichtig sei außerdem, die Liquidität der Höfe zu sichern.

 

Dafür reicht nach Einschätzung des BBV das Liquiditätshilfeprogramm der Rentenbank aber nicht aus. In einem Acht-Punkte-Plan zur Rettung der heimischen Schweinefleischversorgung fordert der Verband unter anderem finanzielle Unterstützung in Form eines Zinszuschusses durch die Bundesregierung, ebenso Abschlagszahlungen auf Direktzahlungen und steuerliche Hilfen. Wichtig sind dem BBV auch mehr Imagewerbung und das Bekenntnis beispielsweise des Handels zu heimischer Ware. Schließlich appelliert der Verband an die Bundesregierung, für Sauenhalter die Vorgaben zum Umbau von Deckzentrum und Abferkelbereich auszusetzen und dann inhaltlich und mit Tempo an die Umsetzung der kürzlich vorgestellten EU-Nutztierstrategie anzugleichen.

 

Modell für mehr Fairness in der Wertschöpfungskette

 

"Jetzt muss schnell gehandelt werden, sonst geht unseren Schweinehaltern die Luft aus", betonte BBV-Präsident Günther Felßner. Gemeinsam mit dem Fleischerverband Bayern rief er die Mitglieder der beiden Verbände zum Schulterschluss auf. Beispielsweise könnten die Handwerksmetzgereien und ihre Vertragslandwirte eine Preisuntergrenze von 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) vereinbaren. Für ein faires Miteinander könne bei einer späteren Markterholung eine Preisobergrenze von 2,20 Euro je kg SG gelten.

 

Unverändert 1,40 Euro/kg SG

 

Der Schweinepreis war in den zurückliegenden Monaten trotz des einsetzenden Grillwetters und der Fußball-Weltmeisterschaft in einem Rhythmus von etwa vier Wochen stetig gefallen. Nachdem der Leitpreis der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) noch Anfang Mai bei 1,70 Euro/kg SG gelegen hatte, beträgt er aktuell 1,40 Euro/kg SG. Dieser Preis, der in der derzeitigen Marktschwäche erstmals am 8. Juli festgelegt worden war, wurde auch am Mittwoch der aktuell laufenden Woche (22.7.) erneut bestätigt. AgE

    Die Getreidemärkte zeigten sich zum Wochenauftakt uneinheitlich. Während Weizen und Mais in Paris zulegten, gaben die US-Weizennotierungen nach.…

    Euronext-Rapsnotierungen: Die Rapskurse in Paris kompensierten am Freitag ihre Vortagsverluste und schlossen im grünen Bereich. Der Frontmonat legte…

    Die Mitgliedstaaten haben final für ein Hilfspaket gegen die Düngemittelkrise von 540 Mio. Euro votiert. Deutschland erhält 60,3 Mio. Euro, Frankreich…

    In der Europäischen Union sind die Durchschnittspreise für Jungbullen, Schlachtkühe und -färsen zuletzt gesunken. Auch in Deutschland gingen die…