Rückgang immer kräftiger
Der Ruf Deutschlands als Biernation wackelt immer mehr. Zwar ist seit Jahren ein stetiger Rückgang beim Bierabsatz zu verzeichnen, doch im vergangenen Jahr fiel das Minus besonders kräftig aus. Erstmals wurde die Marke von 8 Mrd. Liter unterschritten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sank der Absatz der deutschen Brauereien und Bierlager gegenüber 2024 um 497,1 Mio. Liter oder 6,0% auf rund 7,8 Mrd. Liter; das war der höchste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1993. Nicht enthalten sind allerdings Malztrunk und die immer beliebter werdenden alkoholfreien Biere; außerdem wurde das aus Staaten außerhalb der EU eingeführte Bier nicht berücksichtigt.
Laut Destatis waren 2025 rund 82,5% des gesamten Bierabsatzes für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Das in Deutschland verkaufte Volumen sank im Vorjahresvergleich um 5,8% auf 6,4 Mrd. Liter. Nur moderat verringerten sich die Exporte in die EU-Länder, nämlich um 1,3% auf 798,5 Mio. Liter. Federn lassen mussten die deutschen Brauereien hingegen bei den Lieferungen in Nicht-EU-Staaten; hier ergab sich ein Minus von 14,2% auf 552,8 Mio. Liter. Etwa 10,0 Mio. Liter wurden unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien abgegeben.
Nicht nur bei den reinen Bieren, sondern auch bei den Biermischungen, die rund 5% des verkauften Volumens stellten, verzeichneten die Brauereien und Bierlager 2025 einen Absatzrückgang. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Minus von 5,2% auf 402 Mio. Litern verbucht.
Alkoholfrei weiter im Trend
Ihren Aufwärtstrend fortgesetzt haben hingegen die alkoholfreien Biere. Diese sind nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) die am schnellsten wachsende Sorte auf dem deutschen Biermarkt. Beim Umsatz im Handel wurde erstmals die 10-Prozent-Marke überschritten; beim Marktanteil könnte diese Schwelle noch 2026 erreicht werden. Laut DBB ist Deutschland wegen der steigenden Beliebtheit der alkoholfreien Biere mittlerweile zum größten Markt dieses Segments in Europa geworden.
Der generelle Rückgang des Bierkonsums in Deutschland ist nach Ansicht des Brauer-Bundes eine Folge der massiven Konsumzurückhaltung der Verbraucher. Sowohl die Brauereien als auch der Handel und die Gaststätten bekämen diese zu spüren. Vor allem die Situation der Gastronomie sei weiterhin besorgniserregend. Viele Betriebe hätten sich seit der Corona-Pandemie nicht erholt. Auch die große Marktmacht des Handels bleibe für die Braubranche ein Problem. AgE



