Preise weiter erstarrt
Auf den europäischen Schlachtschweinemärkten treten die Preise weiter meist auf der Stelle. Hintergrund ist das unverändert große Angebot an Schlachtschweinen, das größer ausfällt als die Nachfrage. Dabei laufen die Schlachtbänder stetig. Vereinzelt wird Fleisch bereits für die diesjährige Grillsaison eingefroren. Die aktuelle Fleischnachfrage durch die Endkunden ist aber ruhig, trotz vielfältiger Verkaufsaktionen im Einzelhandel.
In Deutschland legte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis am Mittwoch (28.1.) abermals bei 1,45 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) fest. Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) ist der heimische Handel mit Schlachtschweinen immer noch durch große Angebotsmengen und Überhänge gekennzeichnet. Von den Schlachtunternehmen würden allerdings stetig Mengen angefordert. Dadurch könnten Überhänge abgebaut werden. Für die AMI deutet sich eine Stabilisierung der Marktlage an. Preisbewegungen seien aktuell "kein großes Thema".
Der österreichische Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) beließ seine Notierung am Donnerstag bei 1,39 Euro/kg SG. Zwar nehme der Angebotsüberhang langsam ab. Man warte in Österreich aber auf Impulse, die Schwung in den Markt brächten, berichtete der VLV. Leise Hoffnung setzt er in die anstehende Karnevalssaison, auch wenn in dieser wohl nicht das "Hungerstillen", sondern das Durststillen im Vordergrund stehen werde. Außerdem erwartet der Verband, dass die Anflutung an Schlachtschweinen auch wegen eines vergleichsweise geringen Ferkelangebots vor drei Monaten langsam abnehmen dürfte.
DC: Schlachtzahlen auch im Februar hoch
Die belgische Danis-Gruppe hob ihren Auszahlungspreis für die aktuell laufende Woche um 18 Cent auf 1,080 Euro/kg LG an. Einen Kommentar dazu gab es nicht. Unterdessen fixierte der dänische Schlachtkonzern Danish Crown (DC) seinen Auszahlungspreis auch für die sechste Kalenderwoche bei umgerechnet 1,25 Euro/kg SG. Nach Einschätzung von DC schlachten die meisten Schlachthöfe in Europa derzeit nur so viel, wie sie auch verkaufen können. Daher sei der Markt nicht mit Fleisch überschwemmt. Jedoch sinke die Zahl der geschlachteten Schweine deshalb wahrscheinlich nicht so schnell wie üblich in der Zeit nach Weihnachten. Die Schlachtzahlen dürften auch im Februar hoch ausfallen.
Am Marché du Porc Français kosten Mastschweine derzeit 1,415 Euro/kg SG und damit 0,7 Cent weniger als eine Woche zuvor. Es werde noch einige Zeit dauern, bis die bestehenden Angebotsüberhänge abgebaut seien, prognostizierte der Marché du Porc Français. Die Beibehaltung des deutschen Richtpreises habe zur Aufrechterhaltung einer allgemeinen Stabilität in Europa beitragen. Dennoch bleibe der anhaltende Druck auf den europäischen Fleischmärkten ein Risikofaktor. Trotz des bereits niedrigen Preisniveaus könne ein weiterer Abwärtstrend nicht ausgeschlossen werden.
In Spanien ging der Schlachtschweinepreise auch zuletzt seitwärts, zum Beispiel an der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona auf dem Niveau von 1,00 Euro/kg LG. Derweil schwächelten die Preise in Italien weiter. Die Notierung für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 bis 152 Kilogramm wurde am Donnerstag um 1,8 Cent auf 1,381 Euro/kg LG zurückgenommen. Die Notierung für Vertragsschweine derselben Kategorie fiel um 3,0 Cent auf 1,500 Euro/kg LG.
EU-Durchschnittspreis schwächelt weiter
Auf europäischer Ebene sank der Durchschnittspreis abermals. In der Woche zum 25. Januar wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission für 147,53 Euro/100 kg SG gehandelt. Das entsprach einem Rückgang um 0,7% gegenüber der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde um 17,7% verfehlt.
Den mit genau 10,0% kräftigsten Preisabschlag meldete Rumänien, gefolgt von der Slowakei mit 4,4% und Estland mit 4,1%. In Dänemark sank der Preis um 1,8%, in Spanien um 1,0% und in Frankreich um 0,6%. Deutschland verzeichnete einen Abschlag von 0,5%. Größere Preissteigerungen gab es nur in Kroatien und Slowenien, und zwar in Höhe von 2,3 und 1,6%. AgE



