Preise geraten ins Rutschen
Auf den Schlachtschweinemärkten der Europäischen Union sind die Preise zuletzt in nahezu allen bedeutenden Erzeugerländern nach unten korrigiert worden. In Dänemark widersetzte sich Danish Crown (DC) dem Trend und hielt die Auszahlungsleistung konstant, wenn auch auf äußerst niedrigem Niveau.
Hierzulande wurde der Leitpreis der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) am Mittwoch (14.10.) um 5 Cent auf 1,40 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) zurückgenommen. Vor dem Hintergrund eines insgesamt umfangreichen und teilweise bedarfsüberschreitenden Angebots stünden die Schweinepreise unter Druck, teilte die VEZG mit. Der Vereinigungspreis hat nun wieder das Niveau von Anfang Juli erreicht; seinerzeit war der Markt von hohen Angebotsmengen und einer schwächelnden Nachfrage geprägt gewesen. Im August hatte sich der Markt erholt und der VEZG-Preis hatte zwischenzeitlich 1,60 Euro/kg SG erreicht. Mitte September hatte es dann eine deutliche Rücknahme von 15 Cent gegeben. Keine Veränderung gab es beim Ferkelpreis, der in der laufenden Woche bei 30 Euro pro Tier belassen wurde. Laut VEZG reicht das Angebot weiterhin gut aus, um die ruhige Nachfrage zu bedienen.
In Österreich fiel die Korrektur spürbar kräftiger aus. Die Notierung des Verbandes landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) gab um 9 Cent auf 1,43 Euro/kg SG nach. "Steigendes Angebot bei bereits ausreichend versorgten Märkten ließ die Situation eskalieren", kommentierte der VLV die europaweite Entwicklung.
Fleischangebot muss verringert werden
In Belgien korrigierte die Danis-Gruppe ihren Auszahlungspreis nach unten, und zwar um 2 Cent auf nun 1,05 Euro/kg Lebendgewicht (LG). Das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown dreht hingegen nicht an der Preisschraube und zahlt auch in der Kalenderwoche 43 umgerechnet 1,00 Euro/kg SG. Man könne den Preisrückgang derzeit abfedern, teilte der Konzern mit. In die nähere Zukunft blickt DC wenig optimistisch. Es sei davon auszugehen, dass das strukturelle Überangebot die europäischen Preise noch einige Zeit beeinflussen werde. Um eine Erholung zu ermöglichen, sei eine dauerhafte Verringerung des Fleischangebots notwendig.
Auch die Mäster in den südlicheren Erzeugerländern mussten Abschläge hinnehmen. Am Marché du Porc Français gab die Notierung erneut nach, und zwar um 6 Cent auf 1,622 Euro/kg SG. Geringer fielen die Abschläge in Spanien und Italien aus. An der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona wurden Schlachtschweine in der laufenden Woche für 1,27 Euro/kg LG gehandelt; das waren 2,5 Cent weniger als zuvor. Genauso hoch fiel die Korrektur in Italien aus. Für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 138 bis 156 Kilogramm werden jetzt 1,769 Euro/kg LG aufgerufen; für Vertragsschweine derselben Gewichtsklasse sind 1,90 Euro/kg LG fällig.
EU-Abwärtstrend ungebrochen
Der EU-Durchschnittspreis setzte seine Talfahrt in der Woche zum 11. Oktober fort. Schlachtschweine der Handelsklasse E erlösten nach Angaben der EU-Kommission im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten 152,55 Euro/100 kg SG; das waren 0,7% weniger als in der Woche davor. Das Niveau des Vorjahres wurde um 16,3% verfehlt.
In mehreren Mitgliedstaaten konnten die Notierungen dem EU-Trend trotzen und bewegten sich seitwärts, darunter waren etwa Dänemark, Irland, Italien, die Niederlande und Österreich. In Polen musste ein Abschlag von 0,2% akzeptiert werden, in Deutschland waren es 0,5%. In Spanien wurde das Vorwochenniveau um 0,8% unterboten. Nochmals kräftiger fielen die Abschläge in Belgien und Frankreich aus, wo 2,2 beziehungsweise 3,0% weniger gezahlt wurde. AgE
