Mitteleuropa: Preise unverändert
Die Schlachtschweinemärkte in Mitteleuropa zeigen sich aktuell ausgeglichener. Die Folge sind konstante Preise, während in Südeuropa erneut mehr für Schlachttiere bezahlt wird. In Dänemark ließ Danish Crown (DC) alles wie gehabt: Der Preis verharrt auch aktuell auf seinem bisherigen Niveau.
In Deutschland beließ die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis am Mittwoch (19.8.) unverändert bei 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Der Ferkelpreis trat am Freitag ebenfalls auf der Stelle, bei 41,00 Euro pro Tier. Nach den vorausgegangenen Preissteigerungen habe sich der Ferkelmarkt vorerst stabilisiert, erläuterte die VEZG.
Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) berichtete von angeglichenen Marktkräften am deutschen Schlachtschweinemarkt. Infolge der kühleren Temperaturen treffe die leicht belebte Nachfrage in den meisten Regionen auf gestiegene Angebotszahlen.
Weniger als erwartet und gebraucht
In Österreich wird die Nachfrage laut dem Verband landwirtschaftlicher Veredlungsproduzenten Oberösterreich (VLV) mit einem überschaubaren Angebot an Schlachtschweinen gut abgedeckt. Vor diesem Hintergrund fixierte der VLV seine Notierung wie in der Vorwoche bei 1,64 Euro/kg SG. Damit bleibe die Preisentwicklung hinter den Erwartungen zurück, räumte der Verband ein. Denn die Erzeuger bräuchten - unter anderem wegen erwartbar steigender Futterkosten - eine weitere Aufwärtsbewegung der Schlachtschweinepreise.
Die belgische Danis-Gruppe zahlt in der aktuellen Woche unverändert 1,190 Euro/kg Lebendgewicht (LG). In Dänemark gibt es bei DC gegenwärtig weiter umgerechnet 0,92 Euro/kg SG. Und auch für die kommende Woche fixierte der Schlachtkonzern seinen Auszahlungspreis auf diesem Niveau, das er seit der 31. Kalenderwoche hält.
DC weitet Schlachtungen in Deutschland aus
Der Marktkommentar von DC ähnelte dem der Vorwochen. Der Konzern erwartet, dass sich das Angebot in den kommenden Wochen normalisiert, was die Verkaufspreise wieder unter Druck setzen könnte. Damit werde sich die Lage der Schweinehalter, die auch jetzt noch ernst sei, wieder verschlechtern. DC selbst leidet laut eigenen Angaben aufgrund der starken Exportabhängigkeit unter dem harten Wettbewerb im asiatischen Markt. Dort müssten europäische Unternehmen mit Fleischproduzenten aus Ländern mit weitaus weniger strengen Auflagen - etwa Brasilien - konkurrieren.
In Dänemark bereitet DC die Überlastung seiner Schlachtkapazitäten Schwierigkeiten. Aktuell befänden sich landesweit 235.000 schlachtreife Schweine in der Warteschleife, erläuterte die Genossenschaft. Zur Lösung des Problems soll jetzt deren Schlachthof in Essen bei Oldenburg in Niedersachsen beitragen. Dort will DC in den nächsten zwei bis drei Monaten pro Woche 5.000 Schweine mehr schlachten. Hintergrund ist, dass DC seine Schlachtkapazitäten in Dänemark in den zurückliegenden Jahren abgebaut hat. Der zuvor rückläufige Schweinebestand auf dänischen Höfen hat sich zuletzt aber unerwartet stark erholt.
Nachfrageüberhang in Südeuropa
Entlang des Mittelmeeres befeuert unter anderem die anhaltende Hitze weiter die Schlachtschweinepreise. Denn das Angebot ist witterungsbedingt unverändert klein. Gleichzeitig kurbeln laut Marktanalysten die Urlauber die Nachfrage an. Und in den Schlachthöfen bemüht man sich nach dem Ende der Betriebsferien, die Schlachtbänder auszulasten und damit die Fixkosten zu senken.
So kletterte die Notierung am Marché du Porc Français bis Donnerstag binnen einer Woche um 4,5 Cent auf 1,750 Euro/kg SG aufwärts. In Italien wurde der Preis für frei vermarktete Schlachtschweine in einem Gewichtskorridor von 138 bis 156 Kilogramm bei 1,654 Euro/kg LG und damit 3,5 Cent höher als in der Vorwoche festgelegt. Vertragsschweine derselben Gewichtsklasse kosten jetzt 1,775 Euro/kg LG; das entspricht einer Steigerung um 4,1 Cent. Auch in Spanien gab es weitere Aufschläge. An der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona erhalten Landwirte in der laufenden Kalenderwoche 1,325 Euro/kg LG und damit 3,0 Cent mehr.
EU-Durchschnittspreis abermals höher
Auf EU-Ebene legte der durchschnittliche Schlachtschweinepreis in der Woche zum 16. August weiter zu. Laut Angaben der EU-Kommission wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E in den meldenden Mitgliedstaaten durchschnittlich für 157,76 Euro/100 kg SG gehandelt. Gegenüber der Vorwoche entsprach das einem Aufschlag von 2,2%. Das Niveau des Vorjahres wurde um 22,0% unterschritten.
Über den mit 15,6% größten Aufschlag konnten sich die Landwirte in Lettland freuen. In der Slowakei kletterte der Preis um 14,0%, in Litauen um 10,5%. In Belgien wurden 6,1% mehr gezahlt, in Österreich 5,8% mehr und in Deutschland 5,5% mehr. Spanien verzeichnete ein Plus von 0,6%, während die Notierung in Dänemark seitwärts ging. Preisabschläge gab es in Irland und Schweden, und zwar in Höhe von 0,4% beziehungsweise 0,7%. Insgesamt acht Länder - darunter Frankreich, die Niederlande und Polen - meldeten keine neue Notierung. AgE
