Geringerer Importbedarf in der EU
Die Rapsernte in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr gut ausgefallen. Nach Angaben der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) wurde laut Schätzung der EU-Kommission in den Mitgliedstaaten eine Gesamtmenge von rund 20,16 Mio. Tonnen eingefahren; gegenüber der unterdurchschnittlichen Vorjahresernte war das ein Plus von 3,39 Mio. Tonnen beziehungsweise 20%. Die UFOP geht davon aus, dass die europäischen Rapsverarbeiter durch das reichliche Angebot weniger stark auf Importe angewiesen sein werden. Insgesamt sollen rund 24,68 Mio. Tonnen Raps in den Ölpressen landen.
Die vergangenen Monate haben bereits gezeigt, dass der Bedarf an Importware gering ist. Der Förderunion zufolge führte die EU in der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2025/26 kumuliert rund 1,85 Mio. Tonnen Raps ein; gegenüber dem Vorjahresniveau von 3,23 Mio. Tonnen war das ein Minus von knapp 43%. Mit bislang 1,06 Mio. Tonnen war die Ukraine das wichtigste Herkunftsland; sie stellte einen Importanteil von gut 57%. Allerdings wurde die im Vorjahreszeitraum gelieferte Menge von 2,02 Mio. Tonnen deutlich verfehlt.
Im weiteren Saisonverlauf wird laut UFOP zunehmend die zweite Importwelle aus Australien in den Fokus rücken. Bis Anfang Januar hat das Land rund 250.000 Tonnen Raps am EU-Markt platziert und war mit einem Anteil von knapp 14% das zweitwichtigste Lieferland, allerdings mit einem sehr großen Abstand zur Ukraine. Auch Australien hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres seine Rapsexporte in die EU deutlich reduziert; die Liefermenge lag rund 71% unter dem Niveau des Vergleichszeitraums.
Kanada verlor nach UFOP-Angaben hingegen weiter Marktanteile. Im Berichtszeitraum kamen 141.000 Tonnen Raps aus dem nordamerikanischen Land in die EU, nach 161.300 Tonnen in der Vorjahresperiode. Aufgrund des Anbaus von GVO-Sorten sei das aus kanadischer Ware hergestellte Rapsöl nicht uneingeschränkt in der EU einsetzbar, erläuterte die Förderunion. Die Importe dienten daher vorrangig der Biokraftstoffherstellung.
Deutlich gestiegen sind in betrachteten Zeitraum hingegen die Rapslieferungen aus Moldawien und Serbien. Moldawien legte von zuvor 85.600 Tonnen auf 247.400 Tonnen zu, während Serbien die Menge von 44.500 Tonnen auf 114.200 Tonnen steigern konnte. Ein Teil der als moldawisch ausgewiesenen Rapsimporte dürfte nach Einschätzung der UFOP allerdings ukrainischen Ursprungs sein, was die veränderten Transit- und Handelsrouten widerspiegele. AgE



