Skip to main content

EU-Ernte unter Vorjahresniveau

Europas Sojaproduktion dürfte in diesem Jahr noch etwas kleiner ausfallen, als zunächst erwartet wurde. Der Branchenverband Donau Soja rechnet in seinem neuen Market Report mit einer EU-weiten Ernte von rund 2,4 Mio. Tonnen; damit würde die Vorjahresmenge deutlich um 20% unterschritten. Im September war Donau Soja noch von einem Sojaaufkommen in Höhe von 2,5 bis 2,6 Mio. Tonnen ausgegangen.

 

Maßgeblich für den Rückgang ist dem Verband zufolge die anhaltende Trockenheit, die in vielen Regionen zu Ertragseinbußen geführt hatte. Der durchschnittliche Sojaertrag in der EU wird mit 22,4 dt/ha angegeben und liegt rund 15% unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Zudem wurde in vielen Ländern die Anbaufläche verkleinert.

 

Ein geringeres Sojaaufkommen gibt es vor allem in den traditionellen Anbauländern. In Italien, dem größten Sojaproduzenten der EU, wird die Produktion auf etwa 900.000 Tonnen geschätzt; das wäre ein Minus von 15%. Noch stärker fällt der Rückgang in Österreich aus, wo die Produktion um 36% auf rund 180.000 Tonnen sinken dürfte. Mehr Soja wird hingegen in Deutschland und Polen erwartet. Polen wird seine Produktion voraussichtlich um mehr als 15% auf 264.000 Tonnen steigern und damit zum drittgrößten Sojaproduzenten der EU aufsteigen. Hierzulande soll es einen Zuwachs von 2,4% auf 134.000 Tonnen geben.

 

Sojaexporte der Ukraine bereits gesunken

 

Kleiner als 2025 wird die Sojaernte wahrscheinlich in der Ukraine ausfallen, einem der wichtigsten Lieferanten gentechnikfreier Sojabohnen für Europa. Dort rechnet Donau Soja mit einer Ernte von lediglich 4,4 Mio. Tonnen, womit der Vergleichswert um 10% verfehlt würde. Laut dem Verband sind die ukrainischen Sojaexporte bereits deutlich zurückgegangen. Im September wurden lediglich rund 27.000 Tonnen ausgeführt, was nur etwa ein Drittel der Menge des Vorjahres war.

 

Dabei verschärft der Rückgang der europäischen Sojaproduktion die Importabhängigkeit der EU. Der Selbstversorgungsgrad der Gemeinschaft bei Soja könnte nach Schätzungen des Verbandes von rund 8 auf 6% sinken. Geschäftsführerin Aurélie Tournan sieht darin einen Auftrag zum Handeln. Europa verfüge über erhebliche Potenziale beim heimischen Eiweißpflanzenanbau. Notwendig sei ein Ausbau regionaler Lieferketten, von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis hin zur Futtermittel- und Lebensmittelindustrie, so Tournan. Gebraucht werde aber auch politische Unterstützung. AgE