Gute Aussichten für EU-Ernte
Die EU steuert auf eine gute Ernte an Sonnenblumenkernen zu. Nach Angaben der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) schätzt die EU-Kommission das diesjährige Aufkommen in der Gemeinschaft auf 9,60 Mio. Tonnen; das wären 1,1 Mio. Tonnen oder 13% mehr als 2025. Die hohe Produktionsmenge des Jahres 2023 von Höhe von 9,8 Mio. Tonnen würde jedoch knapp verfehlt.
Ausschlaggebend für das gute Ergebnis sind laut UFOP sowohl höhere Erträge als auch eine um rund 4% auf 4,9 Mio. Hektar vergrößerte Anbaufläche. Besonders groß fallen die Ernten an Sonnenblumenkernen in Rumänien und Bulgarien aus. In Rumänien dürfte die Erzeugung mit 2,50 Mio. Tonnen das Vorjahresergebnis kräftig um 39% übertreffen. Noch deutlicher wird voraussichtlich der Mengenzuwachs in Bulgarien sein; dort wird ein Plus von 45% auf 2,27 Mio. Tonnen erwartet. Zusammen würden beide Länder dann knapp die Hälfte der gesamten EU-Sonnenblumenkernernte stellen.
Unterschiedliche Aussichten
In anderen wichtigen Erzeugerländern sind die Ernteaussichten hingegen weniger gut. In Ungarn wird das Aufkommen an Sonnenblumensaat wahrscheinlich mit 1,50 Mio. Tonnen unter dem Vorjahresniveau liegen. Auch in Frankreich dürfte die Erntemenge mit 1,22 Mio. Tonnen kleiner ausfallen als 2025. Unterschiedlich sieht die Erntesituation der UFOP zufolge in den kleineren Erzeugerländern aus. Neben Deutschland dürften auch Kroatien, die Slowakei und Griechenland Ergebnisse über der Vorjahreslinie einfahren; in Italien könnte der Vergleichswert dagegen verfehlt werden.
Für die erwartete Produktionssteigerung in Deutschland ist nach Angaben der UFOP eine Ausweitung der Anbaufläche maßgeblich. Mit rund 100.000 Hektar wurde in diesem Jahr ein neuer Höchstwert erreicht. Mit Blick auf den Anpassungsbedarf an den Klimawandel sieht die Förderunion den Anbau von Sonnenblumen als eine zunehmend interessanter werdende Alternative zur Erweiterung der Fruchtfolge. Die Sonnenblume benötige weniger Stickstoff als Winterkulturen und toleriere Dürrephasen. AgE
