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Es kommt etwas Stabilität rein

Die Schlachtschweinemärkte in der Europäischen Union haben sich zuletzt etwas stabilisiert, vor allem infolge eines hitzebedingt gesunkenen Angebots. In Mitteleuropa ging das bei einem unverändert ruhigen Fleischabsatz mit einer Seitwärtsbewegung der Schlachtviehpreise einher. Einzelne Länder in Mittel- und Südeuropa, alle mit vergleichsweise viel Sommertourismus, meldeten steigende Preise. In Dänemark nahm Danish Crown (DC) seinen Auszahlungspreis derweil erneut weiter zurück. Zur Begründung führte der Konzern unter anderem mehr Wettbewerb im Drittstaatenexport an.

 

Hierzulande legte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis am Mittwoch (22.7.) erneut bei 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) fest. Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) ist der Markt in den meisten Regionen in Deutschland inzwischen ausgeglichen, in manchen sogar knapp versorgt. Das sei die Folge der jüngsten Hitzewellen, durch die das Angebot an Schlachtschweinen gesunken sei.

 

Der Handel mit Schweinefleisch nähert sich laut Einschätzung der AMI nach den Preisrücknahmen in den Vorwochen nun einem Gleichgewicht an. Allerdings wirke sich die ruhige Nachfrage in der Ferienzeit spürbar aus. Große belebende Impulse seien nicht festzustellen.

 

Zustrom an spanischer Ware reißt nicht ab

 

Ähnlich gestaltete sich der Markt in Österreich. Laut dem Verband landwirtschaftlicher Veredlungsproduzenten Oberösterreich (VLV) führten reduzierte Anmeldungen und rückläufige Schlachtgewichte zu einer Verringerung des Angebots. Dieses konnte flott vermarktet werden. Allerdings ärgert sich der VLV weiter über umfangreiche Importe aus Spanien. Der Zustrom in die österreichischen Großmärkte wolle "schier nicht abreißen", erklärte der Verband. Seine Notierung verharrte am Mittwoch bei 1,44 Euro/kg SG.

 

Auch der Auszahlungspreis der belgischen Danis-Gruppe trat auf der Stelle, und zwar bei 1,020 Euro/kg Lebendgewicht (LG). Dagegen kosteten Schlachtschweine in Dänemark zuletzt erneut weniger. Danish Crown weist auf seiner Internetseite für die laufende Kalenderwoche einen Preis von umgerechnet 0,95 Euro/kg SG aus, nach umgerechnet 0,98 Euro/kg in der Vorwoche. Und für die kommende Kalenderwoche 31 meldet der Konzern einen Preis von umgerechnet 0,92 Euro/kg SG.

 

Mehr Druck im Export nach Asien

 

DC sieht den europäischen Markt weiter von einem strukturellen Überangebot geprägt. Wesentliche Veränderungen erwartet der Konzern nicht. Die Lage sei als unverändert ernst einzustufen. Zumal gleichzeitig die attraktiven Exportmärkte in Asien durch den harten Wettbewerb mit Ländern wie Brasilien und Russland unter Druck gerieten.

 

Das trifft laut Einschätzung von Marktanalysten auch das spanische Schweinefleischgeschäft. Dieses leide außerdem unter der schwachen Nachfrage im europäischen Binnenmarkt. Da reiche es nicht aus, dass die Inlandsnachfrage infolge des Touristenzustroms hoch sei und gleichzeitig das Angebot wegen verringerter Schlachtgewichte sinke. Vor diesem Hintergrund gab die Notierung für Schlachtschweine zuletzt weiter nach, zum Beispiel an der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona um 1 Cent auf 1,29 Euro/kg LG.

 

Der italienische Markt ist knapp versorgt

 

Am Marché du Porc Français stieg der Preis derweil weiter. Am Donnerstag wurde er bei 1,540 Euro/kg SG und damit 2,2 Cent höher als zuvor fixiert. Zwar war das Angebot den Marktanalysten zufolge etwas größer als in den Vorwochen. Die Verkäufer hätten ihre Partien aber erst bei höheren Geboten freigegeben. Zudem habe sich der Wettbewerb unter den Käufern verschärft.

 

In Italien wird laut Marktbeobachtern derzeit "jeder Rüssel händeringend gesucht". Das zeigt sich auch in den Notierungen, die am Donnerstag ihre Bergfahrt fortsetzten. Der Preis für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 138 bis 156 Kilogramm kletterte um 4,8 Cent auf 1,491 Euro/kg LG. Vertragsschweine derselben Gewichtsklasse legten im Preis um 4,5 Cent zu, auf nun 1,603 Euro/kg LG.

 

EU-Durchschnittspreis lässt nach

 

Auf EU-Ebene verringerte sich der Schlachtschweinepreis in der Woche zum 19. Juli. Laut Angaben der EU-Kommission wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E in den meldenden Mitgliedstaaten durchschnittlich für 150,26 Euro/100 kg SG gehandelt. Gegenüber der Vorwoche entsprach das einem Rückgang um 2,0%. Das Niveau des Vorjahres wurde um 26,2% unterschritten.

 

Fast alle Länder meldeten Abschläge. Am größten fielen sie mit 9,1% in Lettland und 7,8% in Estland aus. In Österreich wurden 6,3% weniger gezahlt, in Dänemark 4,7% weniger und in Polen 3,2% weniger. Deutschland und Spanien verzeichneten Rücknahmen um jeweils 2,0%. Preisaufschläge waren selten und klein. In Rumänien gab es 1,2% mehr für Schlachtschweine, in Bulgarien 0,2% mehr. AgE