Wieder Ruhe im Tal
Nach den Preisrücknahmen in der Vorwoche ist in die meisten mitteleuropäischen Schlachtschweinemärkte wieder Ruhe eingekehrt. In Frankreich gab die Notierung jedoch abermals nach, wohl als Reaktion auf die Preisentwicklung in den Nachbarländern. Diese hat inzwischen auch den spanischen Markt unter Druck gesetzt. Derweil legten in Italien die Notierungen zu. Danish Crown (DC) hielt den Auszahlungspreis konstant.
In Deutschland beließ die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis am Mittwoch (23.9.) bei 1,45 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Der Ferkelpreis wurde am Freitag bei 30,0 Euro pro Tier und damit auf dem Niveau der Vorwoche festgelegt.
Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) berichtete von einem "etwas ausgeglicheneren" Schlachtschweinemarkt. Die Mengen seien nach wie vor umfangreich, gleichzeitig laufe die Vermarktung aber stetig. Im Handel mit Schweinefleisch sieht die AMI einen gleichmäßigen Geschäftsverlauf, aber kaum Belebung. Bei den Teilstückpreisen seien fast durchgängig schwächere Entwicklungen zu beobachten.
Der Preisabstand zu deutscher Ware bestimmt die Diskussion
In Österreich schwächt laut Marktanalysten nicht nur das witterungs- und zyklusbedingt gestiegene Schlachtschweineangebot die Position der Verkäufer, sondern auch der Preisabstand zu deutscher Ware. Daher seien Forderungen nach weiteren Abschlägen bislang nicht verstummt. Dennoch legte der Verband landwirtschaftlicher Veredlungsproduzenten Oberösterreich (VLV) seine Notierung am Mittwoch unverändert bei 1,52 Euro/kg SG fest.
DC: Die Lage ist weiter ernst
Auch beim belgischen Danis-Konzern blieb der Preis wie gehabt, und zwar bei 1,070 Euro/kg Lebendgewicht (LG) in der laufenden Woche. In Dänemark bei DC gab es ebenfalls keine Änderungen, nicht einmal im Marktkommentar. In der aktuellen Woche werden unverändert umgerechnet 0,92 Euro/kg SG gezahlt. Und auch für Kalenderwoche 40 legte der Konzern seinen Preis auf diesem Niveau fest.
DC stuft die Lage auf den europäischen Schlachtschweinemärkten als insgesamt ernst ein. Hoffnung auf nennenswerte Preisanstiege hat die Genossenschaft nicht. Zumal auf wichtigen Exportmärkten die Konkurrenz durch große Erzeuger wie die USA, Brasilien und Russland wachse. Dabei könne neben einer schrumpfenden Binnenproduktion nur der Export die heimischen Märkte entlasten.
Märkte in Spanien und Frankreich nicht überversorgt
Am Marché du Porc Français wurde die Notierung am Donnerstag um das zulässige Maximum von 5 Cent auf 1,802 Euro/kg SG zurückgenommen. Gemeinsam mit der Absenkung bei der Notierung am Montag ergab sich im Vorwochenvergleich ein Minus von 6,5 Cent. Experten sehen den französischen Markt bisher nicht überversorgt. Die Schwäche der Preise in den Nachbarländern habe sich aber negativ ausgewirkt. Nach den deutlichen Preisrückgängen in vielen Staaten habe französische Ware an Konkurrenzkraft eingebüßt.
Ähnlich fällt die Bewertung für den spanischen Markt aus. Dort gingen die Preise zuletzt ebenfalls in die Abwärtsbewegung über. An der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona kosten Schlachtschweine in der aktuellen Kalenderwoche 1,340 Euro/kg LG; das sind 2,5 Cent weniger als zuvor.
In Italien steigen die Preise
In Italien kam es unterdessen zu einer Teuerung. Die Anbieter dürften davon profitieren, dass die heimischen Fleischverarbeiter für die Herstellung italienischer Spezialitäten besonders schwere Schweine nachfragen. Die stammen meist aus heimischer Erzeugung, die wegen der Hitze in den zurückliegenden Monaten und der Seuchenlage in Italien aber nicht zu üppig ausfällt.
In der laufenden Woche werden in Italien für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 138 bis 156 Kilogramm 1,797 Euro/kg LG veranschlagt. In der Vorwoche hatte man sich auf keine Notierung einigen können. Gegenüber dem Preis in Kalenderwoche 37 ergibt sich ein Aufschlag von 4,5 Cent. Vertragsschweine derselben Gewichtsklasse bringen jetzt 1,925 Euro/kg LG, nach 1,880 Euro/kg LG in der 37. Kalenderwoche. Auch für Vertragsschweine hatte es in Woche 38 keine neue Notierung gegeben.
EU-Durchschnittspreis schwächelt
Auf EU-Ebene sank der durchschnittliche Schlachtschweinepreis in der Woche zum 20. September. Laut Angaben der EU-Kommission wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E in den meldenden Mitgliedstaaten durchschnittlich für 159,40 Euro/100 kg SG gehandelt. Gegenüber der Vorwoche entsprach das einem Rückgang um 2,3%. Das Niveau des Vorjahres wurde um 17,8% unterschritten.
Den mit 7,8% größten Abschlag meldeten die Niederlande, gefolgt von Lettland mit 7,6% und Deutschland mit 5,6%. In Polen ging die Notierung um 3,5% nach unten. In Dänemark und Portugal verharrten die Preise auf der Stelle, während sie in Rumänien um 0,6% und in Spanien um 1,4% anstiegen. Den mit Abstand größten Aufschlag, konkret in Höhe von 15,8%, verzeichnete Zypern. AgE
