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Deutliches Produktionsplus erwartet

Die weltweite Erzeugung von Sonnenblumenkernen könnte in der Saison 2026/27 auf 62,1 Mio. Tonnen steigen; damit würde die Vorjahresmenge um 10% übertroffen. Davon geht nach Angaben der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) der Internationale Getreiderat (IGC) aus. Ausschlaggebend für den Produktionszuwachs sind größere Ernten in der Schwarzmeerregion. Einbezogen in die Schätzung für 2026/27 ist in Europa die Ernte, die aktuell gedroschen wird oder noch auf dem Feld steht.  

 

Einen regelrechten Boom erleben Sonnenblumen in Russland. Dort wurde die Anbaufläche im Vorjahresvergleich um 8% auf ein neues Rekordniveau von rund 12,0 Mio. Hektar ausgedehnt. Gerechnet wird für 2026/27 mit einer Ernte von 21,0 Mio. Tonnen Sonnenblumenkernen, nach 17,5 Mio. Tonnen im Vorjahr. Aufgrund der anhaltend regen Nachfrage nach Sonnenblumenprodukten im In- und Ausland haben die russischen Landwirte das Anbauareal in den vergangenen zehn Jahren um 70% ausgedehnt.

 

In der Ukraine, dem weltweit zweitwichtigsten Produzenten, erwarten die Londoner Analysten gegenüber 2025/26 einen Anstieg der Erzeugung um rund 11% auf 13,5 Mio. Tonnen. In Argentinien, wo gerade die Aussaat begonnen hat, wird bei einer weitgehend unveränderten Anbaufläche und trendüblichen Erträgen die Produktion nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) voraussichtlich - wie im Vorjahr - bei 7,5 Mio. Tonnen liegen.

 

Alternative für die Fruchtfolge

 

Aus Sicht der UFOP ist der Anbau von Sonnenblumen in Deutschland eine zunehmend interessanter werdende Alternative zur Erweiterung der Fruchtfolge, vor allem mit Blick auf die Anpassung der Agrarproduktion an den Klimawandel. Krisenfester ist die Sonnenblume vor allem deshalb, weil sie weniger Stickstoff benötigt als Winterkulturen und zudem Trockenphasen toleriert. Die Förderunion erwartet bei diesem Merkmal weitere Züchtungsfortschritte, um die Wettbewerbsstellung der Sonnenblume in Fruchtfolgesystemen zu verbessern. AgE