Skip to main content

Verbände pochen auf Vertragspflicht

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der MEG Milch Board sehen sich durch die kürzlich vorgelegten Halbjahreszahlen von Arla in ihrer Kritik an der auflagenfreien Genehmigung der Fusion mit der DMK Group bestätigt. Aus diesem Anlass erneuerten sie ihre Forderung, Genossenschaftsmolkereien in die Vertragspflicht nach Art. 148 der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) einzubeziehen.

 

Die Molkereigenossenschaft hatte den Nettogewinn im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 35% auf 213 Mio. Euro gesteigert, während der Milchleistungspreis für die Genossenschaftsmitglieder von 57,5 auf 43,6 Eurocent/kg fiel. Laut den Verbänden deckt das die Produktionskosten nicht, die ihren Berechnungen zufolge bei durchschnittlich 53,12 Cent lagen. 

Fehlende Alternativen bemängelt

Die EU-Kommission hatte die Übernahme der deutschen DMK Group und der niederländischen DOC durch Arla Foods im Mai 2026 ohne Auflagen genehmigt. Zur Begründung führte sie unter anderem an, Arla müsse als Genossenschaft die gesamte Milch seiner Mitglieder kaufen und zahle unabhängig vom Standort denselben Preis. Daher könne das Unternehmen den Milchpreis in Gebieten mit hohen Marktanteilen nicht senken, ohne einen Wechsel der Betriebe zu anderen Genossenschaften zu riskieren. 

Genau dieser Annahme widersprechen AbL und MEG Milch Board. Die Verbände hatten bereits im Mai ein kartellrechtliches Gutachten bei der Kommission eingereicht, in dem sie fehlende Wechselmöglichkeiten für die Lieferanten attestieren. In weiten Teilen Norddeutschlands seien Auswahlmöglichkeiten faktisch nicht gegeben, weil es an freien Verarbeitungskapazitäten fehle. Das entsprechende Gutachten machten sie zudem erstmals öffentlich verfügbar. 

Lieferanten profitieren nicht

Während Arla laut AbL mit ihren konzernähnlichen Strukturen besonders lukrative Geschäfte etwa mit hochpreisigen Proteindrinks in Tochterunternehmen erwirtschaftet, schrieben die Arla-Betriebe selbst hohe Verluste. Die Gewinne würden außerhalb der Genossenschaft erzielt, zugleich orientiere sich der Auszahlungspreis "offensichtlich weiterhin am niedrigen Weltmarktpreis", lautet der Vorwurf. "Genossenschaften, auch die mit konzernähnlichen Strukturen, müssen Verträge mit ihren Bäuerinnen und Bauern machen", bekräftigte der MEG Milch Board-Vorsitzende, Frank Lenz. AgE