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Mehr Ölsaaten erwartet

Die Landwirte in der Ukraine werden in diesem Jahr voraussichtlich rund 61 Mio. Tonnen Getreide ernten und damit das Vorjahresergebnis leicht übertreffen. Davon geht das Landwirtschaftsministerium in Kiew aus. Etwas kleiner soll nach Schätzung des Agrarressorts mit gut 22 Mio. Tonnen allerdings das Aufkommen an Weizen ausfallen; 2025 waren es 23 Mio. Tonnen gewesen. Ausschlaggebend dafür sind zurückhaltendere Ertragsprognosen und eine Einschränkung der Anbaufläche.

 

An Gerste werden 5 Mio. Tonnen erwartet, nach 4,9 Mio. Tonnen im Vorjahr. Optimistisch zeigt sich das Ministerium beim Mais. Hier wird eine Erntemenge von 32 Mio. Tonnen in Aussicht gestellt, während 2025 rund 30 Mio. Tonnen eingebracht wurden. Die Kiewer Marktexperten gehen davon aus, dass die Ukraine in der Saison 2026/27 eine Gesamtmenge von 43 Mio. Tonnen Getreide exportieren wird.

 

Über Vorjahresniveau soll nach Einschätzung des Agrarressorts die ukrainische Ölsaatenernte liegen. Die Produktion von Sonnenblumensaat könnte die Marke von 12 Mio. Tonnen übersteigen und sich damit über der im vergangenen Jahr geernteten Menge von 11,1 Mio. Tonnen bewegen. Sojabohnen sollen - wie 2025 - etwa 5 Mio. Tonnen bringen. Raps wird bei 3,5 Mio. Tonnen gesehen, womit die Vorjahresernte von 3,2 Mio. Tonnen leicht übertroffen würde.

 

Ernteraub in großem Ausmaß

 

Auch die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS) legte ihre aktuelle Prognose für die diesjährige Ernte vor. Die Einschätzung deckt sich im Wesentlichen mit den Zahlen aus Kiew, liefert aber zugleich eine Datengrundlage für die Abschätzung, wie viel ukrainisches Erntegut den Russen in den besetzten Gebieten die Hände fallen dürfte. An Getreide werden es in diesem Jahr voraussichtlich gut 6 Mio. Tonnen sein, davon allein 4,5 Mio. Tonnen Weizen. Bei den Ölsaaten wird sich die geraubte Erntemenge auf etwa 2,6 Mio. Tonnen summieren.

 

Der Verkauf dieser gestohlenen Partien durch Russland hatte zuletzt für sehr kontroverse Diskussionen gesorgt. Ende Mai hatte die EU beschlossen, stärker als bisher gegen den organisierten Raub von Getreide aus den von Russland besetzten Gebieten vorzugehen.

 

Neue Märkte erschlossen

 

Laut dem Staatlichen Dienst für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz hat die Ukraine in diesem Jahr eine Reihe von Absatzmärkten erschlossen. Seit Jahresbeginn seien mit vielen Ländern neue Handelsbedingungen für den Export von Agrar- und Lebensmittelprodukten vereinbart worden. Im April sei beispielsweise ein Abkommen mit China unterzeichnet worden, das den Export von ukrainischem Weizenmehl auf den dortigen Markt ermögliche.

 

Der Leiter des staatlichen Lebensmittel- und Verbraucherdienstes, Serhiji Tkachuk, hob hervor, dass sich immer mehr dieser Exportvereinbarungen auf fertige Produkte bezögen. Das gebe der Verarbeitungsindustrie neuen Schub, schaffe weitere Arbeitsplätze und stärke die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Ukraine.

 

Qualitätsstandards werden eingehalten

 

Unterdessen verwies der Verband der Mehlmühlen darauf, dass Weizen und Mehl aus der Ukraine vollständig den Standards der Europäischen Union entsprächen. Das habe eine unabhängige Studie ergeben, die auf dem Industrieforum der Mehlmühlenindustrie in Europa vorgestellt worden sei. Diese habe die Qualität und Sicherheit des ukrainischen Mehls für den globalen Lebensmittelmarkt bestätigt.

 

Dem Verband zufolge umfasste die Studie mehr als 14.000 Proben von Weizen und 200 Proben von Premium-Mehl. Der durchschnittliche Proteingehalt habe bei 12,4% gelegen. Zudem sei festgestellt worden, dass es keinerlei Verstöße gegen die Grenzwerte von Mykotoxinen und Pflanzenschutzmittelrückständen gegeben habe. AgE