Mais bleibt wichtiger Rohstoff
Mais erzielt sowohl in der CO2-Bilanz als auch bei der Flächeneffizienz hervorragende Werte. Durch die strengen Vorgaben der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bezüglich Fruchtwechsel und Bodenschutz ist ein acker- und pflanzenbaulich übermäßiger Anbau von Mais ausgeschlossen, weshalb zusätzliche Begrenzungen im Energierecht nicht erforderlich sind. Dies schreiben das Deutsche Maiskomitee (DMK) und der Fachverband Biogas (FvB) in einem Faktenpapier.
Das DMK unterstützt die Forderung des FvB, verlässliche Rahmenbedingungen für den Weiterbetrieb der bestehenden Biogasanlagen zu schaffen. Eine künstliche Deckelung von hocheffizienten Einsatzstoffen verteuere die Energieerzeugung unnötig und gefährde das Ziel einer verlässlichen und regenerativen Energieversorgung. Vor dem Hintergrund einer deutlichen Ausweitung der fossilen Stromproduktion sowie des Imports des noch klimaschädlicheren Fracking LNGs träfe die Diskriminierung des Einsatzstoffs Mais auf Unverständnis.
Im Einklang mit der Natur
Laut FvB zeigen die vorliegenden Daten, dass der Maisanbau im Einklang mit der Natur steht und bei sachgerechter Bewirtschaftung keineswegs die Biodiversität gefährdet. Die Diskussion um eine Absenkung des Maisdeckels sei daher fachlich nicht gerechtfertigt und bremse die Energiewende an entscheidender Stelle aus.
Wissenschaftliche Begutachtungen belegten zudem, dass Mais im Vergleich zu anderen Ackerbaukulturen wie Weizen oder Raps mit deutlich weniger Pflanzenschutzmitteln auskomme, so die beiden Verbände. Im Regelfall genügten ein bis zwei Anwendungen pro Saison. Auch beim Einsatz biologischer Pflanzenschutzverfahren nehme der Maisanbau eine Vorreiterrolle ein.
Höchster Energieertrag pro Hektar
FvB-Präsident Thomas Karle verweist vor allem auf die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit des Rohstoffs. Für die Betreiber von Biogasanlagen liefere der Mais im Vergleich zu alternativen Substraten den höchsten Energieertrag pro Hektar und halte so die Stromgestehungskosten niedrig. Daneben ermögliche die Nutzung von Mais aufgrund seiner hohen Energiedichte eine saisonale Fahrweise.
Prof. Jürgen Braun von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) hebt die ökonomischen und energetischen Stärken von Mais hervor. Die wissenschaftliche Auswertung zeige eindrucksvoll, welch unterschätzter Leistungsträger er im Energiesystem sei. Als C4-Pflanze nutze Mais das Sonnenlicht sowie das verfügbare Wasser außerordentlich effizient. Bereits ein einziges mittelgroßes Fahrsilo von 3.000 m³ Silomais speichere ein energetisches Potenzial von rund 1,5 bis 2 Mio. Kilowattstunden.
Verlässlicher Energieträger
Energiemais nutze mit einer Anbaufläche von rund 850.000 Hektar für die Biogasproduktion lediglich etwa 5,1% der deutschen Landwirtschaftsfläche, liefere jedoch rund circa 15,5 Terawattstunden (TWh) erneuerbaren Strom sowie rund 5 TWh Wärme, heißt es in dem Faktenpapier. Dies entspreche der Versorgung von etwa 5,1 Mio. Haushalten und stelle eine verlässliche Säule dar, um Phasen ohne Wind und Sonne sicher zu überbrücken. AgE
