Keine klare Richtung erkennbar
Der Lebensmittelpreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) findet derzeit keine eindeutige Richtung. Nachdem das Preisbarometer ab Jahresbeginn bis April nach oben gegangen war, setzte eine Seitwärtsbewegung ein, die sich auch im Juni fortgesetzt hat. Mit einem Wert von 130,3 Punkten lag der Index zwar 2,2% über dem Vorjahresniveau, jedoch 0,3% unter dem Wert des Vormonats Mai. Höhere Indexmarken für Pflanzenöle und Fleisch konnten niedrigere Niveaus bei Zucker, Getreide und Milchprodukte nicht kompensieren.
Kräftig nach unter ging es im Juni mit dem Zuckerpreisindex. Dieser verlor gegenüber Mai 5,7% und lag damit um 13,3% unter dem Wert des Vorjahresmonats. Zum Rückgang der internationalen Zuckerpreise trugen vor allem niedrigere Ethanolpreise in Brasilien bei, die im Juni zum dritten Mal in Folge sanken. Zusätzlicher Preisdruck resultierte aus dem starken Tempo der Zuckerexporte aus dem südamerikanischen Land, unterstützt durch die Abwertung des brasilianischen Real gegenüber dem US-Dollar. Hinzu kamen anhaltende Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen von El Niño auf die Zuckererzeugung in wichtigen Produzentenländern.
Energiemärkte schwach
Der Getreidepreisindex sank im Berichtsmonat gegenüber Mai um 3,5%, war aber noch um 2,7% größer als vor Jahresfrist. Angetrieben wurde die Abwärtsentwicklung durch niedrigere internationale Mais- und Weizenpreise. Zusätzlicher Preisdruck resultierte aus einem stärkeren US-Dollar und schwächeren Energiemärkten angesichts der Erwartung verminderter Spannungen rund um die Straße von Hormus.
Um 1,5% ging es im Monatsvergleich mit dem Milchpreisindex nach unten. Er stand rund 24,5% unter dem Stand von Juni 2025. Die Preise bei allen Milchprodukten sanken, wobei jedoch die zugrunde liegenden Marktbedingungen je nach Produkt variierten. Die Preise für Magermilchpulver fielen leicht und beendeten damit eine fünfmonatige Phase von Zuwächsen. Die Preise für Butter und Käse bröckelten, was auf eine verbesserte Milchverfügbarkeit sowie eine erhöhte Butter- und Käseproduktion in der EU und den USA zurückzuführen ist.
Palm- und Rapsölpreise gestiegen
Nach oben bewegte sich hingegen der Pflanzenölindex, und zwar gegenüber Mai um 3,8%. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein kräftiges Plus von 23,3%. Ausschlaggebend waren höhere Palm- und Rapsölpreise sowie insgesamt stabilere Sonnenblumenölpreise; damit wurden die niedrigeren Sojaölpreise mehr als ausgeglichen. Die internationalen Palmölpreise legten im Juni hauptsächlich wegen der Erwartung einer geringeren Exportverfügbarkeit aus Indonesien zu. Die globalen Rapsölpreise stiegen wegen einer starken Nachfrage nach Biokraftstoffen und ungünstiger Wetterbedingungen.
Der Fleischpreisindex erhöhte sich leicht um 0,5% und bewegte sich um 4,0% über dem Vorjahresniveau. Hier dominierte ein Anstieg der internationalen Geflügelfleischpreise, während die Preise für Schweine- und Rindfleisch sanken. Bei Schweinefleisch gab es ein reichliches Angebot in der EU, gepaart mit einer anhaltend schwacher Nachfrage auf mehreren asiatischen Märkten. Der Rindfleischpreis gab größtenteils wegen kleinerer Angebote aus Australien nach. AgE
