Erntemenge erreicht Rekordniveau
Trotz eines deutlich geringeren Durchschnittsertrags dürften die Landwirte in Deutschland in diesem Jahr eine Rekordernte an Sojabohnen einfahren. Darauf hat die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hingewiesen. Für das absehbar größere Sojaaufkommen sorgte laut UFOP eine Vergrößerung der Anbaufläche um knapp 21% auf 52.300 Hektar.
Destatis weist - noch vorläufig, da der Drusch vereinzelt noch läuft - eine Erntemenge von 133.800 Tonnen Sojabohnen aus; gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Plus von rund 3.000 Tonnen. Den bundesweiten Durchschnittsertrag beziffern die Statistiker auf 25,6 dt/ha; trockenheitsbedingt liegt er deutlich unter dem Vorjahresniveau von 30,2 dt/ha.
Die wichtigsten Anbauregionen sind nach Angaben der Förderunion Bayern und Baden-Württemberg. Während die Erntemenge im Freistaat voraussichtlich um 2% auf 76.400 Tonnen gesteigert werden konnte, dürfte das Aufkommen in Baden-Württemberg mit 18.000 Tonnen rund 23% unter dem Vorjahresniveau liegen. Deutliche Ertragseinbußen zeichnen sich auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg ab. Höhere Erntemengen wurden hingegen aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Niedersachsen gemeldet.
Warnung vor Kürzung der Förderung
Die UFOP wertet die Ausdehnung der Anbaufläche als Signal für ein zunehmendes Interesse der Landwirte, Soja beziehungsweise Körnerleguminosen in die Fruchtfolgen zu integrieren. Damit leisteten sie einen Beitrag zu mehr Resilienz, Biodiversität, Klimaschutz und Versorgungssicherheit bei pflanzlichem Protein. Der Proteinmarkt verfüge über ein außerordentlich großes Potenzial, zumal mit der Gentechnikfreiheit ein absatzbestimmendes Merkmal im Nahrungsmittelmarkt gegenüber Importen bestehe, betonte die Förderunion. Nun gelte es, diesen Schwung mitzunehmen und in einem nationalen Proteinplan zu verankern.
Von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer erwartet die UFOP, dass er die Förderung im Bundeshaushalt nicht kürzt, sondern auf dem bestehenden Niveau verstetigt. Nur so könne verhindert werden, dass über Jahre geschaffene Netzwerke - von der Anbauberatung, über die Vermarktung bis zur Produktentwicklung - nicht wegbrechen. Daran lasse sich die Ernsthaftigkeit politisch gewollter Resilienz ablesen.
Sollte es hingegen zu Kürzungen bei den Förderungen kommen, werde die Vorreiterrolle Deutschlands in der EU infrage gestellt, warnte die UFOP. Auch die Bundesländer seien gefordert, dem Anspruch nach mehr Resilienz gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang kritisierte die UFOP, dass die finanzielle Förderung des Anbaus auf einzelne Bundesländer beschränkt sei. Dieser Flickenteppich der Förderung müsse dringend beendet werden. AgE
