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Ernte 2026 unter Vorjahresniveau

Für dieses Jahr zeichnet sich hierzulande eine deutlich kleinere Kartoffelernte ab als 2025. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) veranschlagt das Aufkommen in seiner vorläufigen Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) auf 10,4 Mio. Tonnen. Damit würde das starke Vorjahr um ein Viertel und der sechsjährige Durchschnitt um 13% verfehlt. Im Jahrgang 2025 hatten die Kartoffelanbauer mit 13,9 Mio. Tonnen die größte Ernte seit 1990 eingefahren. Für die BEE wurden laut Ressortangaben knapp die Hälfte der 631 Probeflächen ausgewertet.

 

Als Hauptgründe für die niedrigere Kartoffelernte nennt das BMLEH den späten Saisonstart infolge der Niederschläge im Februar sowie die wiederholten Hitze- und Dürreperioden im Sommer. Beides spiegele sich im Ertrag wider, betonte das Agrarressort. Es veranschlagt diesen im bundesweiten Mittel auf etwa 38 Tonnen je Hektar; das wären 15% weniger als 2025 und 11% weniger als im sechsjährigen Durchschnitt.

 

Gleichzeitig wurde auch die Kartoffelanbaufläche deutlich verkleinert, und zwar um 11% auf 268.300 Hektar; das wären 2% weniger als im sechsjährigen Mittel. Auch wenn die Landwirte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern ihre Anbauflächen in diesem Jahr verringert haben, kommen diese drei Bundesländer zusammen nach wie vor auf drei Viertel des gesamten deutschen Areals.

 

Deutschland nicht allein

 

Nicht nur in Deutschland, auch in den anderen wichtigen europäischen Kartoffelanbauländern Frankreich, den Niederlanden und Belgien ist in diesem Jahr mit einer deutlich niedrigeren Ernte zu rechnen. Die Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) veranschlagte in ihrer Mitte September vorgelegten Schätzung das Gesamtaufkommen auf knapp 27,8 Mio. Tonnen. Das würde gegenüber 2025 einem Minus von einem Viertel entsprechen; das mehrjährige Mittel würde um 13,7% verfehlt. AgE