Agrarexporte spürbar gesunken
Weniger Menge, aber gleiche Einnahmen - so lautet grob gefasst die Agrarexportbilanz der Ukraine für das jetzt abgelaufene Wirtschaftsjahr 2025/26. Nach Angaben des Getreideverbandes (UGA) wurden insgesamt 41,1 Mio. Tonnen Getreide und Ölsaaten ins Ausland geliefert; im Vergleich zu 2024/25 mit 46,7 Mio. Tonnen ist das ein Minus von 12%. Im Wirtschaftsjahr 2023/24 hatte die Exportmenge noch bei 57,5 Mio. Tonnen gelegen.
Für den Rückgang der Ausfuhren macht der UGA vor allem logistische Störungen verantwortlich, ausgelöst durch Russlands anhaltende Angriffe auf die ukrainische Energie- und Transportinfrastruktur, einschließlich der Häfen und Getreideterminals am Schwarzen Meer. Negativ ausgewirkt habe sich auch die Einführung von Importquoten für Weizen durch die Europäische Union.
Allerdings blieben 2025/26 die Einnahmen aus dem Verkauf von Getreide und Ölsaaten nahezu unverändert. Insgesamt wurden 10 Mrd. $ (8,46 Mrd. Euro) in die Kassen gespült, nach 11,2 Mrd. $ (9,82 Mrd. Euro) im Vorjahr. Unter Berücksichtigung von Nebenprodukten wie Pflanzenölen sowie Ölsaatenmehl und -kuchen summierten sich die Einnahmen auf rund 18 Mrd. $ (15,78 Mrd. Euro), also die bereits 2024/25 erreichte Höhe.
Türkei der größte Abnehmer
Der größte Abnehmer von ukrainischem Getreide und Ölsaaten war 2025/26 nach Schätzung des UGA mit großem Abstand die Türkei mit 7,94 Mio. Tonnen. Dahinter folgten Ägypten mit 4,89 Mio. Tonnen und Italien mit 4,18 Mio. Tonnen. An Weizen exportierte die Ukraine im Berichtsjahr fast 14 Mio. Tonnen; im Vorjahr waren es 15,5 Mio. Tonnen. Damit wurden Einnahmen von etwa 3 Mrd. $ (2,63 Mrd. Euro) generiert.
Stabil blieben 2025/26 die Maisexporte mit rund 21 Mio. Tonnen. Das brachte den Exporteuren Exportunternehmen Deviseneinnahmen von fast 4,6 Mrd. $ (4,03 Mrd. Euro) ein. Deutlich kleiner als im Vorjahr fielen hingegen die Exporte von Gerste aus. Diese sanken um fast ein Drittel auf eine Gesamtmenge von 1,52 Mio. Tonnen.
Ausgeführt wurden zudem 2,7 Mio. Tonnen Sojabohnen; im Vorjahr waren es noch 3,8 Mio. Tonnen. Um 43% auf 1,82 Mio. Tonnen verringerten sich die Rapsexporte. Dieses kräftige Minus führt der UGA neben einem leichten Produktionsrückgang auf die von Kiew eingeführten Zölle auf Raps- und Sojabohnenexporte zurück. Ziel dieser Abgabe ist es, mehr Rohstoff im Land zu behalten, um durch die inländische Weiterverarbeitung die Wertschöpfung zu steigern. AgE
