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Neue Marktimpulse für Soja

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognose für die laufende brasilianische Sojabohnenernte 2025/26 angehoben. In seinem am Dienstagabend (10.2.) veröffentlichten "World Agricultural Supply and Demand Estimates" (WASDE)-Bericht beziffert das Ministerium die Produktion nun auf einen Rekord von 180 Mio. Tonnen. Im Januar war das USDA noch von 178 Mio. Tonnen ausgegangen. Zur Begründung verweisen die Washingtoner Experten auf aktualisierte Flächenschätzungen der brasilianischen Behörden sowie höhere Erträge infolge günstiger Witterungsbedingungen während der bisherigen Vegetationsperiode.

Auch für Paraguay wurde die Erzeugungsprognose witterungsbedingt nach oben korrigiert – um 500.000 Tonnen auf nun 11,5 Mio. Tonnen. Die Voraussage für die argentinische Sojaernte beließ das USDA dagegen unverändert bei 48,5 Mio. Tonnen, obwohl Marktanalysten im Vorfeld im Durchschnitt mit einer Abwärtskorrektur um rund 400.000 Tonnen gerechnet hatten.

China will mehr US-Bohnen importieren

Darüber hinaus erwartet das Ministerium für 2025/26 eine höhere Sojavermahlung in Brasilien und Paraguay als noch im Januar prognostiziert. Als Haupttreiber gilt die weiter steigende internationale Nachfrage nach Sojaschrot. Auch die Sojaschrotimporte der Europäischen Union dürften mit 19,45 Mio. Tonnen um 1 Mio. Tonnen höher ausfallen als bislang angenommen. Damit würde sich das Importvolumen dem Zehnjahreshoch des Vorjahres von 20,61 Mio. Tonnen annähern. Gleichzeitig verliert Sojaschrot innerhalb der gesamten Ölschrotnachfrage der EU gegenüber Rapsschrot an Bedeutung – eine Folge der zuletzt umfangreichen Rapsernten in der Gemeinschaft.

Unterdessen erwägt China laut Marktanalysten, mehr Bohnen in den USA einzukaufen. Dann würden weniger US-Bohnen in andere Länder geliefert, kommentierte das USDA. Ihre Prognose für die weltweiten Lagerendbestände an Sojabohnen erhöhten die Washingtoner Beamten für 2025/26 um 1,1 Mio. Tonnen auf 125,51 Mio. Tonnen. Ausschlaggebend dafür sei insbesondere die erwartete Rekordernte in Brasilien.

An den Terminmärkten reagierten die Sojanotierungen freundlich. Der in Chicago gehandelte Märzkontrakt verteuerte sich nach Veröffentlichung des WASDE-Berichts bis 21:35 Uhr hiesiger Zeit auf 11,23 $/bu (347 Euro/t), was einem Plus von 1,2% gegenüber dem Eröffnungskurs entsprach. Damit setzte sich der Mitte Januar begonnene mittelfristige Aufwärtstrend fort. Der Mai-2026-Future auf Raps an der Pariser Matif schloss hingegen unverändert bei 487,75 Euro/t. Gleichwohl könnten die positiven Vorgaben vom Sojamarkt dem seit Januar laufenden Aufwärtstrend der Rapskurse Rückenwind verleihen.

Weizen-Endbestände auf Fünfjahreshoch gesehen

Beim Weizen richtete sich der Fokus der Börsianer auf die Lagerendbestände. Das USDA erhöhte seine betreffende Prognose für das eigene Land um 130.000 Tonnen auf 25,34 Mio. Tonnen. Das entspräche einem Anstieg von 9% gegenüber dem Vorjahr und dem höchsten Niveau seit der Saison 2019/20. Der Markt hatte hingegen mit einer leichten Abwärtskorrektur gerechnet. Die weltweiten Weizenlagerendbestände veranschlagt das Ministerium nun auf 277,51 Mio. Tonnen – ein Rückgang um 740.000 Tonnen gegenüber der Januarprognose. Analysten hatten dagegen einen moderaten Anstieg erwartet. Dennoch würde dieses Volumen ein Fünfjahreshoch markieren, getragen von deutlichen Bestandszuwächsen bei allen wichtigen Exportländern.

Die weltweite Weizenerzeugung taxieren die Washingtoner Beamten für die laufende Vermarktungssaison nun auf 841,80 Mio. Tonnen, was fast der Januar-Prognose entsprach. Optimistischer fällt hingegen der Blick auf Argentinien aus: Nach einer Anhebung um 300.000 Tonnen wird dort nun mit einer Rekordernte von 27,8 Mio. Tonnen gerechnet.

EU-Export wahrscheinlich rückläufig

Die internationalen Weizenexporte 2025/26 sieht das USDA bei insgesamt 221,96 Mio. Tonnen, nachdem im Januar noch 2,2 Mio. Tonnen mehr erwartet wurden. Während die Exportprognosen für Kanada um 1 Mio. Tonnen auf 29 Mio. Tonnen und für Argentinien um 2 Mio. Tonnen auf eine Spitzenmenge von 18 Mio. Tonnen angehoben wurden, korrigierte das USDA seine Erwartung für die EU-Ausfuhren um 1 Mio. Tonnen auf 31,5 Mio. Tonnen nach unten. Als Begründung wird ein zuletzt schleppendes Auslandsgeschäft angeführt.

An den Börsen zeigten sich die Weizenkurse nach dem WASDE-Bericht weitgehend stabil. Der Märzkontrakt in Chicago legte bis 22:00 Uhr hiesiger Zeit um 0,2% auf 5,28 $/bu (163,10 Euro/t) zu. Matif-Weizen derselben Fälligkeit wurde nahezu unverändert bei 189,50 Euro/t abgerechnet. AgE