2025 mit starkem Umsatzwachstum
Der Umsatz mit Biolebensmitteln verzeichnete 2025 erneut ein starkes Wachstum. Laut dem neuen Branchenreport 2026 des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) nahm der Jahreserlös im Vergleich zum Vorjahr um 6,7% auf einen Rekordwert von 18,23 Mrd. Euro zu. Getragen wurde das Wachstum maßgeblich von einem gestiegenen Absatz; Preissteigerungen trugen nur geringfügig bei. Die Vorsitzende des BÖLW, Tina Andres, sprach angesichts des Umsatzwachstums von einer "dynamischen Entwicklung". Bio sei der "Leuchtturm" im Lebensmittelmarkt, sagte Andres bei Vorstellung der Zahlen am Dienstag (10.2.) in Nürnberg.
Weniger dynamisch verlief das Wachstum hingegen auf Ebene der Erzeuger. Der Umfang der nach den Kriterien des Ökolandbaus bewirtschafteten Nutzfläche wurde lediglich um 1,1% ausgedehnt. Im vergangenen Jahr betrug der Zuwachs an Biofläche noch 1,3%. Der Bioanteil an der gesamten Agrarfläche beträgt laut dem Branchenreport nun 11,7%.
Laut dem Bericht des BÖLW legte im vergangenen Jahr besonders stark der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel zu. In diesem umsatzmäßig größten Segment, das Vollsortimenter, Discounter und Drogerien umfasst, wuchs der Erlös überdurchschnittlich um 8,7% auf 12,76 Mrd. Euro. Damit entfielen rund zwei Drittel des gesamten Marktumsatzes auf diesen Bereich. Deutlich moderater fiel das Wachstum im Naturkosthandel aus: Hier steigerten die Unternehmen ihren Umsatz um 2,3% auf 3,33 Mrd. Euro. Sonstige Einkaufsstätten, etwa Bäckereien, Reformhäuser oder Wochenmärkte, erzielten einen Umsatz von 2,13 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 2,1% gegenüber dem Vorjahr entsprach.
Andres beklagt "vertane Chance"
Als eine "vertane Chance" bezeichnete es die BÖLW-Vorsitzende Andres, dass die steigende Nachfrage im Inland zunehmend nicht mehr durch die heimische Branche abgedeckt werden könne, die immerhin 388.000 Menschen beschäftige. Wie der BÖLW beklagt, wiesen mittlerweile sogar die gängigsten Feldgemüsearten hohen Importraten aus: 40% der Bio-Möhren, 25% der Bio-Zwiebeln und 19% der Bio-Kartoffeln müssten eingeführt werden. Eines der wichtigsten Herkunftsländer sind dabei die Niederlande. Auch bei den tierischen Erzeugnissen Milch, Butter und Fleisch stiegen die Importquoten an.
Um die Wertschöpfung in Deutschland zu fördern, appellierte Andres daher an die Bundes- und Landesregierungen sowie die Kommunen, die Biostrategie umzusetzen. Biolebensmitteln müssten in Kantinen angeboten, das mittelständische Lebensmittelhandwerk regulatorisch entlastet und die Forschung im Ökolandbau ausgeweitet werden.
30%-Ziel hat immer noch Bestand
Andres erinnerte daran, dass das Ausbauziel von 30% Bio bis 2030 auch unter der aktuellen Bundesregierung Bestand habe. "Und wir pochen darauf, dass dieses Ziel auch erfüllt wird", so die BÖLW-Vorsitzende. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer müsse sich nun dafür einsetzen, dass in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 vor allem Umweltleistungen gefördert würden. "In Zeiten knapper Kassen werden nur GAP-Mittel für Klima- und Artenschutz Bestand haben", mahnte Andres. Mindestens zwei Drittel der Zahlungen müssten daher an Umweltleistungen, wie sie die Biolandwirtschaft erbringe, geknüpft werden. AgE



