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Vorösterliche Ruhe fast überall

Über die Schlachtschweinemärkte in Mittel- und Nordeuropa hat sich vorösterliche Ruhe gelegt. Trotz der fehlenden Schlachttage halten sich Angebot und Nachfrage annähernd die Waage. Vor diesem Hintergrund blieben die Schlachtschweinepreise zuletzt stehen. Unterdessen wartet man am Fleischmarkt weiter auf maßgebliche Impulse. Gehofft wird auf einen baldigen Start der Grillsaison. Einzig in Südeuropa festigten sich die Schlachtschweinepreise zuletzt weiter, getrieben durch eine Verknappung des Angebots.

 

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) legte ihren Leitpreis am Mittwoch (1.4.) bei 1,70 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) und damit abermals auf dem Niveau der Vorwoche fest. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) berichtete, dass es trotz der kurzen Schlachtwochen keine Angebotsüberhänge gebe. Der Handel mit Schlachtschweinen laufe weiterhin stetig. Zudem deuteten die weiter leicht sinkenden Schlachtgewichte auf einen ausgeglichenen Markt hin.

Keine Diskussionen über Preisbewegungen

 

Im Geschäft mit Schweinefleisch lassen sich laut der AMI alle Teilstücke vermarkten. Größere Impulse seien bislang aber ausgeblieben. Für die Zeit nach Ostern sehen die Bonner Marktanalysten einen "gewissen Auffüllbedarf". Im weiteren Verlauf erwarten sie eine Belebung durch den Start der Grillsaison, der allerdings witterungsabhängig ist. Vorerst gibt es der AMI zufolge keine Diskussionen über Preisbewegungen.

 

Auch die Notierung des österreichischen Verbandes landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) ging in der Karwoche seitwärts, und zwar bei 1,66 Euro/kg SG. Zur Begründung führt der VLV ein rückläufiges Angebot an, das auf verkürzte Schlachtwochen und damit eine sinkende Nachfrage trifft. Die angelieferten Tiere werden dem Verband zufolge problemlos abgenommen. Unterdessen geht auch in Österreich das Warten auf eine Belebung des Fleischmarktes weiter. Besseres Wetter in den kommenden Wochen sollte "für alle ein Signal sein, die Grills anzuwerfen", so der VLV.

Stabile Verkaufzahlen in Drittstaaten

 

Die belgische Danis-Gruppe veröffentlichte bis Redaktionsschluss am Donnerstag keine Notierung für die laufende Woche. In Kalenderwoche 13 hatte der Preis bei 1,320 Euro/kg Lebendgewicht (LG) gelegen. Danish Crown (DC) fixierte seinen Auszahlungspreise für die 15. Kalenderwoche bei umgerechnet 1,26 Euro/kg; das entspricht dem Niveau in der laufenden Woche.

 

DC macht im Vorfeld der Feiertage eine steigende Nachfrage nach entbeinten Schweinefleischprodukten aus. Die Nachfrage nach Produkten mit Knochen beurteilt der Konzern aufgrund der fehlenden Arbeitstage in der Verarbeitung hingegen als rückläufig und damit die Gesamtnachfrage nach Schweinefleisch als insgesamt unverändert. Jetzt "hängt viel davon ab, ob das Wetter nach Ostern dazu einlädt, in ganz Europa den Grill anzuschmeißen, damit die Nachfrage steigt", betonte der Konzern. Die Verkaufszahlen in den Drittstaaten beschrieb DC als stabil.

 

Am Marché du Porc Français beließ man die Notierung am Donnerstag abermals bei 1,420 Euro/kg SG. Dagegen zeigte der Schlachtschweinepreis in Spanien erneut eine Tendenz nach oben. So werden an der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona aktuell 1,270 Euro/kg LG gezahlt; das sind 2,5 Cent mehr als in der Woche davor. In Italien kosten frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 138 bis 156 Kilogramm jetzt 1,422 Euro/kg LG, was gegenüber der Vorwoche einem Anstieg um 1,7 Cent entspricht. Vertragsschweine derselben Kategorie verteuerten sich um 1,9 Cent auf nun 1,536 Euro/kg LG.

 

Der Wochenbericht der EU-Kommission zur Entwicklung des Durchschnittspreises auf EU-Ebene, der regelmäßig donnerstags erscheint, lag in dieser Woche bis zum Redaktionsschluss am Donnerstagabend nicht vor. AgE