Magermilchpulver legt weiter zu
Erneut ist Magermilchpulver für den deutschen Großhandel teurer geworden. Ware in Lebensmittelqualität legte am Mittwoch (21.10.) um 10 Cent zu und kostete 3,60 bis 3,70 Euro/kg. Auch für Ware in Futtermittelqualität ging es preislich weiter nach oben, allerdings weniger stark. Hier wurde die Notierung um 5 Cent auf ein Band von 3,47 bis 3,52 Euro/kg heraufgesetzt. Etwas billiger ging Vollmilchpulver in den Handel; die Notierung war am unteren Ende um 5 Cent günstiger und lag bei einer Spanne von 3,85 bis 4,00 Euro/kg.
Keine Veränderung gab es hingegen bei Butter an der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten. Für Päckchenbutter stand die Notierung erneut bei 4,35 bis 5,00 Euro/kg. Die Börse berichtete von einer sehr guten Nachfrage. Abwartend verhielten sich die Käufer bei Blockbutter. Diese ging zu einer Preisspanne von 4,05 bis 4,25 Euro/kg in den Markt.
Deutlich verengt wurde in Kempten der Preiskorridor für die Käsesorten Emmentaler und Viereckhartkäse. Das untere Ende wurde um 20 Cent angehoben, das obere um den gleichen Betrag abgesenkt. Hieraus ergab sich ein neues Niveau von 4,70 bis 6,20 Euro/kg. Allgäuer Emmentaler aus Rohmilch wurde in der Berichtswoche erneut nicht notiert; zuletzt war er am 7. Oktober mit einer Notierung von 7,60 bis 8,00 Euro/kg angeboten worden.
Kaum Bewegung zeiget sich bei den Käsenotierungen in Hannover. Bei Gouda und Edamer als Blockware wurde der untere Wert um 5 Cent heraufgesetzt, woraus sich ein Preisband von 3,50 bis 3,75 Euro/kg ergab. Wie in der Vorwoche wurden die beiden Käsesorten als Brotware für 3,65 bis 3,85 Euro/kg angeboten.
Noch über Vorjahreslinie
Nach Angaben des Verbandes der Milcherzeuger Bayern (VMB) hat sich im August beim Milchaufkommen in Deutschland der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr teils sehr deutlich abgeschwächt. Laut Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurden rund 2,73 Mrd. Kilogramm konventionell und biologisch erzeugte Milch angeliefert; im Vergleich zum Vorjahresmonat war das ein Plus von 3,1%.
Bei der kumulierten Menge von Januar bis August 2026 ergab sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Vorsprung von 5,8%. Vor allem in Süddeutschland machten sich dem VMB zufolge die Folgen von Hitze, Trockenheit und die Ausbreitung des Shamonda-Virus sehr deutlich in der Milcherfassung bemerkbar.
Magermilchpulver weiter im Aufwind
An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) in Neuseeland hat sich der Aufwärtstrend bei Magermilchpulver fortgesetzt. Bei der Auktion am Dienstag (20.10.) ergab sich ein Preis von umgerechnet 3.542 Euro/t; im Vergleich zum vorangegangenen Termin war das ein Zuwachs von 3,3%. In diesem Jahr hat Magermilchpulver bereits um 55% zugelegt. Bei der ersten Auktion am 6. Januar lag der Preis noch bei 2.285 Euro/t.
Vollmilchpulver setzte ebenfalls seinen Preisauftrieb fort. Die GDT meldete einen Stand von 3.350 Euro/t, womit das zwei Wochen zuvor erreichte Niveau um 4,3% übertroffen wurde. Seit seinem letzten Tiefststand am 16. Dezember 2025 mit 2.816 Euro/t konnte Vollmilchpulver 19% hinzugewinnen.
Butter konnte zwar die anhaltende Abwärtsbewegung fast stoppen, doch zu einem Wendepunkt kam es nicht. Erneut sank der Auktionspreis, wenn auch nur um 0,4% auf 4.206 Euro/t. Seit ihrem Jahreshoch vom 6.119 Euro/t, das am 17. März markiert wurde, hat Butter bereits 31,3% verloren.
Neuer Butter- und Magermilchpulver-Future
Erstmals gibt es nun auch einen an den physischen EU-Markt gekoppelten Terminmarkt für Butter und Magermilchpulver (MMP/SMP). Eingeführt wurde der neue Future am Montag (19.10.) von der Terminbörse Euronext an der Matif in Paris. Die Kontrakte werden nicht physisch erfüllt, sondern per Barausgleich gegen den wöchentlich veröffentlichten Vesper Price Index (VPI) abgerechnet. Zugrunde liegen der EU-Butter-VPI und der EU-Magermilchpulver-VPI, zwei wöchentliche Preis-Benchmarks, die von Vesper, einer Rohstoff-Informationsplattform für Lebensmittelhersteller, veröffentlicht werden.
Mit den neuen Kontrakten erhalten Molkereien, Händler und Verarbeiter nun ein Instrument zur Absicherung gegen starke Preisschwankungen. Auch Unternehmen, die keine Terminkontrakte handeln, profitieren von dem neuen Angebot. Laut Vesper bietet die Terminkurve dem gesamten Markt einen kostenlosen, öffentlichen Einblick in die Entwicklung der Butter- und Magermilchpulverpreise. Damit kann sie als Bezugspunkt für Verhandlungen über physische Preise dienen. Der Zugang zu beiden VPI-Indizes bleibt kostenlos. AgE
