Keine Überraschungen
Auf dem europäischen Schlachtschweinemarkt hat sich zuletzt ein zweigeteiltes Bild verfestigt. In den Ländern Mittel- und Nordeuropas blieben die Notierungen weitgehend unverändert. Dagegen setzte sich in Südeuropa die festere Preisentwicklung fort.
In Deutschland bewegte sich die Notierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) am Mittwoch (2.9.) seitwärts und verharrte erneut bei 1,60 Euro/kg Schlachtgewicht (SG). Auch bei den Ferkeln gab es keine Veränderung; die Notierung blieb bei 41,00 Euro je Tier. Nach Einschätzung der VEZG stehen sich Angebot und Nachfrage derzeit weitgehend ausgeglichen gegenüber.
Ähnlich bewertet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) die Situation. Das verfügbare Schweineangebot treffe weiterhin auf eine entsprechende Nachfrage. Zwar habe der Fleischabsatz saisonbedingt etwas an Schwung gewonnen, größere Impulse für den Schlachtschweinemarkt gingen davon bislang aber nicht aus. Der zusätzliche Bedarf könne von den Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen problemlos bedient werden.
Kaum Spielraum für höhere Preise
Auch am österreichischen Schweinemarkt fehlten zuletzt Impulse für eine Preisanhebung. Der Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) bestätigte seine Notierung bei 1,64 Euro/kg SG. Zwar sorgten das Ende der Ferienzeit und die Rückkehr vieler Urlauber in Teilen Südeuropas für eine etwas lebhaftere Nachfrage. Für Mitteleuropa lasse sich daraus bislang jedoch kein Aufwärtspotenzial ableiten. Preisforderungen nach oben seien angesichts der insgesamt ausgeglichenen Marktlage "indiskutabel", erklärte der VLV.
Seitwärts tendierten die Preise ebenfalls in Belgien und Dänemark. Die Danis-Gruppe hält ihre Auszahlung bei 1,190 Euro/kg Lebendgewicht (LG). Danish Crown (DC) kündigte für die Kalenderwoche 36 ebenfalls keine Änderung an; umgerechnet werden weiterhin 0,92 Euro/kg SG gezahlt.
Südeuropa bleibt fester
Deutlich mehr Bewegung gab es dagegen südlich der Alpen und in Frankreich. Am Marché du Porc Français stieg die Notierung am Donnerstag (3.9.) binnen Wochenfrist um 6 Cent auf 1,872 Euro/kg SG.
Auch in Spanien setzte sich der Aufwärtstrend fort. An der Agrarbörse von Bellpuig wurden für die laufende Kalenderwoche 1,36 Euro/kg LG festgestellt. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Plus von 1 Cent.
Noch kräftiger fielen die Zuschläge in Italien aus. Für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 138 bis 156 Kilogramm wurden 1,716 Euro/kg LG gezahlt und damit 3,3 Cent mehr als zuvor. Vertragsschweine derselben Gewichtsklasse verteuerten sich um 2,9 Cent auf 1,804 Euro/kg LG.
EU-Preis mit anhaltender Tendenz
Auch im EU-Durchschnitt setzte sich die feste Tendenz fort. Schlachtschweine der Handelsklasse E erlösten in der Woche zum 30. August nach Angaben der EU-Kommission im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten 163,58 Euro/100 kg Schlachtgewicht (SG). Gegenüber der Vorwoche entsprach das einem Plus von 0,57%.
In der Mehrzahl der Mitgliedstaaten zogen die Preise an. Besonders kräftig fiel der Zuwachs in der Slowakei mit 5,4% aus. In Frankreich verteuerten sich Schlachtschweine um 3,2%, in Spanien um 1,9%. In Deutschland blieb die Entwicklung dagegen nahezu unverändert; das Vorwochenniveau wurde lediglich um 0,1% übertroffen. Seitwärts tendierten die Preise in Irland, Österreich und den Niederlanden.
Preisrückgänge wurden unter anderem aus Polen gemeldet, wo die Notierung um 0,6% nachgab. Noch deutlicher fielen die Abschläge in Estland mit 0,9%, in Schweden mit 1,0% und Lettland mit 1,4% aus. AgE
