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Es ist ruhig geworden

Nach dem Preisbeben in der Vorwoche haben sich die europäischen Schlachtschweinemärkte zuletzt beruhigt. Laut Marktbeobachtern sind die Schlachtbänder ausgelastet und der Handelsfluss höher als zu Jahresbeginn. Allerdings gestaltet sich der Abbau der Überhänge zäh. Hinzu kommt weiterhin der Druck durch Fleischangebote aus Spanien. Ausgeglichen sind die Märkte weiter nicht. Die Preise blieben dennoch in den meisten Ländern weitgehend unverändert.

Hierzulande beließ die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis für Schlachtschweine am Mittwoch (14.1.) bei 1,45 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Nach dem Preisrückgang zu Jahresbeginn fließe das immer noch umfangreiche Angebot nun zügiger ab, erklärte die VEZG.

Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) bestätigte, dass der Handel mit Schlachtschweinen nun stetig laufe. Die Überhänge könnten allerdings nur langsam abgebaut werden. In einigen Regionen werde noch immer von sehr großen Stückzahlen und Druck berichtet. Auch die Schlachtgewichte lägen noch auf einem hohen Niveau. Die extremen Werte zu Beginn des Vorjahres würden allerdings nicht erreicht. Die Geschäfte mit Schweinefleisch stuft die AMI als etwas lebhafter als zuvor ein. Dazu trügen auch Verkaufsaktionen im Handel bei.

Unwägbarkeiten im Drittstaatenexport

Auch der Auszahlungspreis des österreichischen Verbandes landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) ging seitwärts, und zwar auf dem Niveau von 1,39 Euro/kg SG. Zwar arbeite die Schlachtbranche auf Hochtouren, die Angebotsüberhänge seien aber „immer noch enorm“ und die Schlachtgewichte hoch. Die belgischen Danis-Gruppe zahlt in der laufenden Kalenderwoche 0,900 Euro/kg Lebendgewicht (LG) und damit ebenso viel wie in der Vorwoche. Das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown (DC), das den Preis bereits für die aktuelle Woche bei umgerechnet 1,25 Euro/kg SG konstant gehalten hatte, beließ für die 4. Kalenderwoche ebenfalls alles beim Alten.

Nach Einschätzung von DC ist der europäische Schlachtschweinemarkt derzeit "relativ stabil". Im Fokus steht für DC aktuell, den Export in Drittstaaten zu steigern. Das Interesse an dänischer Ware sei unter anderem in Asien groß. Es brauche aber Zeit, die Aufträge zu verhandeln. Denn das Angebot in den kommenden Monaten sei für alle nur schwer abzuschätzen.

Weitere ASP-Fälle in Spanien

Am Marché du Porc Français werden derzeit 1,422 Euro/kg SG gezahlt, nach 1,430 Euro/kg SG eine Woche zuvor. In Spanien gingen die Notierungen der einzelnen Agrarbörsen seitwärts oder gaben leicht nach, wohl auch weil die Zahl der mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweine weiter auf inzwischen 60 angewachsen ist. Diese wurde allerdings alle im Restriktionsgebiet gefunden. Der Nutztierbestand ist nicht betroffen. An der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona kosten Schlachtschweine in der laufenden Woche 1,00 Euro/kg LG, nach 1,04 Euro/kg LG in der zweiten Kalenderwoche. Und auch an anderen Marktplätzen pendelten sich die Preise rund um 1,00 Euro/kg LG ein.

In Italien verlor die Talfahrt der Preise etwas an Dynamik. Die Notierung für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 bis 152 Kilogramm wurde am Donnerstag von 1,440 Euro/kg LG auf 1,410 Euro/kg LG zurückgenommen. Auch die Notierung für Vertragsschweine derselben Kategorie fiel gegenüber der Vorwoche um 3 Cent auf nun 1,550 Euro/kg LG.

EU-Durchschnittspreis abermals niedriger

Auf europäischer Ebene blieb der Durchschnittspreis im Sinkflug. In der Woche zum 11. Januar wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission für 155,28 Euro/100 kg SG gehandelt. Das entsprach einem Rückgang um 1,8% gegenüber der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde um 17,3% verfehlt.

Den mit 8,1% größten Preisabschlag meldete Ungarn, gefolgt von Deutschland mit 5,1%, Rumänien mit 2,2% und Dänemark mit 1,9%. In Frankreich ließ die Notierung um 1,2% nach. Während die Notierung in zahlreichen Ländern ausfiel, gingen die Preise in Litauen und Lettland um jeweils 0,8% und in Irland um 0,7% nach oben. Auch Belgien konnte als eines von insgesamt vier Ländern ein Plus verzeichnen, allerdings nur in Höhe von 0,2%. AgE