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Kursausbruch nach WASDE-Report

Die am Dienstagabend (12.5) vorgelegte erste Ernteschätzung des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) für die Saison 2026/27 hat an den Weizenterminmärkten für einen Kursausbruch gesorgt. Laut dem jüngsten "World Agricultural Supply and Demand Estimates" (WASDE)-Report soll die weltweite Weizenproduktion im Wirtschaftsjahr 2026/27 bei 819,1 Mio. Tonnen liegen, nach einem Rekordwert von 843,8 Mio. Tonnen in der demnächst endenden Kampagne 2025/26. Die Weizenreserven sollen auch deshalb im Saisonverlauf um 4,2 Mio. Tonnen auf 275 Mio. Tonnen schrumpfen. Die Bestände beim weltweit wichtigsten Halmgetreide wären damit kleiner, als Analysten dies vor der Veröffentlichung des WASDE-Reports für möglich gehalten hatten.

 

Besonders stark soll der Produktionsrückgang bei Exportschwergewichten wie den USA, der EU, Argentinien und Australien ausfallen. An der europäischen Leitbörse Matif verteuerte sich der neuerntige September-Weizen im Handelsverlauf deshalb zeitweise um ganze 4% und ging mit 216,50 Euro je Tonne aus dem aus dem Handel.

 

Welthandel rückläufig

 

Den globalen Weizenverbrauch 2026/27 erwartet das USDA mit 823,2 Mio. Tonnen nur leicht niedriger als in der laufenden Kampagne. Der Welthandel dürfte laut den Analysten in Washington jedoch deutlich zurückgehen: Mit 211,7 Mio. Tonnen soll er rund 12 Mio. Tonnen unter dem Niveau von 2025/26 liegen. Als Grund führt das USDA eine geringere Importnachfrage aus Nordafrika und dem Nahen Osten an, wo mehrere Länder von besseren eigenen Ernten profitieren könnten. Russland bleibt 2026/27 laut USDA der größte Weizenexporteur der Welt, gefolgt von der EU, Kanada, Australien und den USA.

 

Rekordverbrauch bei Mais

 

Auch beim Mais deutet sich laut dem WASDE-Report für 2026/27 eine deutlich knappere Versorgung an. Den Experten in Washington zufolge soll die globale Maisproduktion 2026/27 bei 1,295 Mrd. Tonnen liegen. Das wären 17,3 Mio. Tonnen weniger als das zuletzt erreichte Rekordhoch, aber immer noch die zweitgrößte Maisernte aller Zeiten. Besonders starke Produktionsrückgänge erwartet das USDA im eigenen Land, außerdem in Argentinien, Südafrika, Mexiko, der Ukraine und der Türkei.

 

Die absehbar kleinere Ernte steht 2026/27 einem rekordhohen Maisverbrauch von 1,315 Mrd. Tonnen gegenüber. Die größten Nachfragezuwächse werden dabei in China, Brasilien, Vietnam, Indien und Mexiko erwartet.

 

Mais-Endbestände sinken auf Niveau von 2013/14

 

Während die Endbestände in der laufenden Kampagne noch leicht steigen dürften, liegt der Verbrauch 2026/27 laut Prognose des USDA um 19,4 Mio. Tonnen über der laufenden Produktion. Die globalen Maisreserven sollen deshalb im Verlauf von 2026/27 in diesem Umfang auf 277.5 Mio. Tonnen sinken. Sollte es so kommen, wären die Lagerbestände so niedrig wie zuletzt in der Saison 2013/14. AgE