Getreidehändler stehen unter Druck
Die Getreidehändler in der Ukraine stehen unter Druck. Nach Angaben des Getreideverbandes (UGA) sind die Umsätze der zehn größten Branchenunternehmen im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Der Umsatz der Top-10 belief sich zusammengenommen auf rund 180 Mrd. UAH (3,48 Mrd. Euro); im Vergleich zu 2024 ist das ein Minus von 38,8 Mrd. UAH (751 Mio. Euro) oder 18%. Hinzu kam eine Verschlechterung der Rentabilität. Sechs Unternehmen aus der Spitzengruppe beendeten das Geschäftsjahr 2025 mit roten Zahlen.
Die größten Verluste wurden laut UGA bei den großen internationalen Handelsunternehmen verzeichnet. ADM Ukraine verbuchte 2025 einen Umsatzrückgang von 13,7 Mrd. UAH (252 Mio. Euro), und bei Cargill belief sich das Minus auf 11,5 Mrd. UAH (223 Mio. Euro). CFG Trading büßte etwa 6 Mrd. UAH (116 Mio. Euro) an Erlösen ein, Bunge mehr als 5 Mrd. UAH (97 Mio. Euro) und die Louis Dreyfus Company Ukraine rund 4,2 Mrd. UAH (81 Mio. Euro). Beim Jahresergebnis wurde Nibulon am härtesten getroffen; dort stand am Jahresende ein Verlust von 1,8 Mrd. UAH (35 Mio. Euro). ADM Ukraine wies einen Jahresfehlbetrag von 1,2 Mrd. UAH (23 Mio. Euro) aus.
Weniger Getreide exportiert
Dem UGA zufolge ist diese wirtschaftliche Verschlechterung in erster Linie auf eine Verringerung der exportierten Getreidemengen zurückzuführen. Zudem sind die Margen in der Branche sehr gering. Selbst bei hohen Getreidepreisen könne der Gewinn eines Händlers nur bei etwa 1 $ (0,85 Euro) pro Tonne liegen, so der UGA. Hinzu komme die größer werdende Konkurrenz in der Branche. Der Wettbewerb zwischen den internationalen Unternehmen der ABCD-Gruppe (ADM, Bunge, Cargill, Louis Dreyfus), den großen ukrainischen Agrarbetrieben und den mittelständischen Händlern nehme zu.
Die großen Akteure verkaufen laut UGA das Getreide zunehmend mit minimalen oder sogar negativen Margen, um ihre Marktanteile zu erhalten. Die Situation werde dadurch verschärft, dass sich die Unternehmen hauptsächlich auf das Umsatzvolumen und nicht auf Gewinne konzentrierten. Hinzu kämen steigende Kosten in der gesamten Lieferkette.
Wegen der niedrigen Getreidepreise hielten die Landwirte ihr Getreide zurück, und die Kosten für den Umschlag in den Häfen seien um 10 bis 11 $ (8,50 bis 9,34 Euro) pro Tonne gestiegen, berichtete der UGA. Gleichzeitig blieben die Weltmarktpreise aufgrund eines Überangebots und scharfen Wettbewerbs niedrig. Das führe zu einem strukturellen Ungleichgewicht in der Branche, was durch logistische Einschränkungen und eine hohe Marktvolatilität noch verschärft werde. AgE



